Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Angeklagter gesteht Zerstörung von Kulturgütern in Timbuktu

welt

Angeklagter gesteht Zerstörung von Kulturgütern in Timbuktu

Werbung

Im Prozess um die Zerstörung von historischen Stätten in der malischen Oase Timbuktu hat der Angeklagte Ahmad Al Faqi Al Mahdi ein Geständnis abgelegt.

Er drückte vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sein Bedauern aus. Laut Anklageschrift soll er 2012 an der Zerstörung von neun Mausoleen und einer Moschee beteiligt gewesen sein.

Die vollständige Erklärung Al Mahdis als Video:

Die Stätten gehören seit 1988 zum Weltkulturerbe und wurden von der UNESCO nach der Verwüstung durch die Extremisten auf die Liste der bedrohten Kulturgüter gesetzt. Gemäß Völkerrecht kann die Zerstörung kulturellen Erbes als Kriegsverbrechen eingestuft werden.

Radikale Islamisten rissen im Frühjahr 2012 in Teilen Malis die Kontrolle an sich. Dieses Thema war auch im Spielfilm ‘Timbuktu’ thematisiert worden. Al Mahdi, der aus dem Volk der Tuareg stammt, wird vorgeworfen, Mitglied der extremistischen Miliz Ansar Eddine gewesen zu sein. Diese war der Ansicht, die Stätten in der im fünften Jahrhundert gegründeten Oase ständen im Widerspruch zu islamischem Recht.

Während ihrer Hochzeit im 15. und 16. Jahrhundert war die Stadt mit Universitäten und Koranschulen Zentrum der islamischen Glaubenslehre. Die Moscheen von Timbuktu spielten bei der Verbreitung des Islams auf dem afrikanischen Kontinent eine entscheidende Rolle.

Al Mahdi wurde 2014 im Niger verhaftet, zuvor hatten Soldaten der französischen Armee Timbuktu befreit. Der Prozess ist der erste, in dem die Zerstörung kultureller Stätten angeklagt wird – dass Al Mahdi gestanden hat, ist ebenfalls eine Premiere am Haager Strafgerichtshof. Anklägerin Fatou Bensouda warf Al Mahdi vor, an Taten beteiligt gewesen zu sein, die Afrikas Erbe und das der ganzen Welt in Mitleidenschaft gezogen hätten.

Nach der Flucht der extremistischen Besatzer sind die verwüsteten Gebäude und Kulturgüter weitgehend restauriert worden, darüber hinaus gehört der Schutz der Stätten mittlerweile auch zu den Aufgaben der in Mali stationierten UN-Blauhelmsoldaten.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Automatische Übersetzung

Nächster Artikel