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Der olympische Geist: Dabei sein ist alles

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Der olympische Geist: Dabei sein ist alles

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Die neuseeländische Läuferin Nikki Hamblin bekam viel Lob, als sie der US-Amerikanerin Abbey D’Agostino während des 5000-Meter-Halbfinales half und damit wahren olympischen Sportsgeist bewies.

Hamblin war gestolpert und hatte D’Agostino im Pulk aus Versehen zu Fall gebracht. D’Agostino kommt als Erste wieder auf die Beine, stellt aber fest, dass sie sich verletzt hat. Unterstützt von Hamblin setzt sie unter Schmerzen das Rennen fort und schafft es mit der Hilfe der Neuseeländerin über die Ziellinie.



Hinfallen ist keine Schande, liegen bleiben schon



Jeffrey Julmis zog eine ziemliche Show ab vor dem Startschss zum Halbfinale über 110 Hürden. Aber dann kam die erste Hürde, und der Haitianer sprang viel zu knapp und stieß die Hürde mit seinem linken Schienbein um. Er kam ins Straucheln, machte eine Rolle vorwärts und landete kurz vor der zweiten Hürde auf dem Rücken. Das Olympiaaus für Julmis, aber trotzdem sprang er auf, und lief weiter. “Ich wollte das Rennen wie ein Mann beenden”, sagte Jumis. Und dafür gab es Applaus von den Fans.



Nord und Süd



Sie kommen aus zwei Ländern, die zwar Nachbarn, aber auch zutiefst verfeindet und offenbar unversöhnlich sind. Als Turnerin Lee Eun-Ju aus Südkorea ihre nordkoreanische Konkurrentin Hong Un-Jo nach einem gemeinsamen Foto als Souvenir fragt, verbreitet sich das Foto der “Klassenfeinde” rasend schnell im Internet und sammelt Tausende “Likes”. Viele sehen es als einen Akt wahrer Freundschaft. “Eine großartige Geste”, fand IOC-Präsident Thomas Bach.

Katie Ledecky und Michael Phelps

Auf einem zehn Jahre alten Foto gibt Superschwimmer Michael Phelps einer Neunjährigen ein Autogramm. Der Name des Mädchens ist Katie Ledecky, und während Phelps seine Karierre in Rio mit fünf Gold- und einer Silbermedaille beendet, beginnt Katie die ihre mit vier Gold- und ebenfalls einer Silbermedaille. Und trotz all der Siege finden die beiden noch Zeit, das zehn Jahre alte Foto nachzustellen und neu zu knipsen – nur ist es diesmal Phelps, der um ein Autogramm bittet.



Sie hat “Ja” gesagt!



Die Chinesin He Zi bekam zuerst die Silbermedaille im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett. Dann aber gab es plötzlich doch noch Gold: Plötzlich kniete ihr Freund Qin Kai vor ihr mit einem Verlobungsring.



Marathon-Zwillinge



Sie sind zusammen gestartet und auch zusammen ins Ziel gelaufen, und beim Überqueren der Ziellinie hielten sie Händchen. Die Zwillingsschwestern Anna und Lisa Hahner belegten die Plätze 81 und 82 beim olympischen Marathonlauf. Weit unter ihrer Bestzeit wurden sie massiv kritisiert. Es hiess, sie hätten den Lauf nicht ernst genommen. Die Schwestern wehren sich. “Wir haben nicht nachgedacht, sondern aus unserem Gefühl heraus gehandelt”, schrieb Anna auf der gemeinsamen Internetseite der Schwestern. Der Marathon in Rio sei eine ihrer härtesten körperlichen Erfahrungen gewesen. Deswegen wollten sie “den Zieleinlauf nach 42,1 km Marathonkampf gegen sich und die Bedingungen zusammen (…) erleben”. Der gemeinsame Zieleinlauf sei ein “einmaliger Moment” gewesen.

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