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Erdbeben in Italien: Schwierige Rettungsarbeiten in den Bergen

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Erdbeben in Italien: Schwierige Rettungsarbeiten in den Bergen

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Wir haben mit Euronews Journalistin Gardenia Trezzini in Rom gesprochen.

euronews, Claudio Rosmino:
“Mittelitalien ist erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Sieben Jahre nach dem von L’Aquila. Waren die Rettungsteams schnell vor Ort? Haben die Behörden aus den vergangenen Erfahrungen gelernt?”

Gardenia Trezzini:
“Die Rettungsarbeiten haben sofort begonnen, da es von Anfang an klar war, dass es sich um ein schweres Erdbeben handelt. In manchen Fällen kam es zu Verzögerungen, weil es schwierig war, die betroffenen Orte zu erreichen. Die meisten Dörfer sind in den Bergen und die Straßen wurden schwer beschädigt. In weiten Teilen ist zudem der Strom ausgefallen. In Accumoli, ein Dorf das sehr hart getroffen wurde, sind die Rettungsteams z.B. zwei Stunden nach dem Erdbeben eingetroffen.”

euronews:
“Dieses Erdbeben hat vor allem kleine Städte und Dörfer getroffen. Mit was für Schwierigkeiten sind die Retter und Helfer in dem Gebiet konfrontiert?”

Gardenia Trezzini:
“Ein Großteil der beschädigten Häuser befindet sich in den Altstädten, im Zentrum. Wir sprechen hier von alten Gebäuden aus Stein, die sehr anfällig sind und die natürlich nicht erdbebensicher gebaut wurden. Manche von ihnen sind sehr schnell eingestürzt.
Viele Menschen sind immer noch unter den Trümmern. Aber ein anderes Problem in diesen Dörfern ist, dass es an Platz fehlt. Dadurch ist es schwieriger die Rettungsarbeiten vor Ort zu koordinieren und oft weiß man nicht, wo man die geretteten Menschen hinbringen soll. In Matricia, einem der am stärksten beschädigten Dörfer, in der Nähe von Rieti, müssen rund 2.500 Menschen, Einwohner und Touristen, neu untergebracht werden.”

euronews:
“Wie so oft bei Katastrophen dieser Art, ist die Solidarität groß. Viele Menschen helfen, geben Blut, was können Sie uns dazu sagen?”

Gardenia Trezzini:
“In den Regionen, die von dem Erdbeben getroffen worden sind, suchen alle nach Überlebenden. Sie graben mit dem was sie zur Hand haben. Der Zivilschutz hat die Bürger dazu aufgerufen, die Rettungsarbeiten nicht zu behindern. Denn angesichts des bergigen Geländes besteht das Risiko, dass zu viele Freiwillige die Retter verlangsamen könnten. Die örtlichen Behörden haben die Bürger dazu aufgefordert, nicht die WIFI-Netzwerke zu nutzen, um die Internetkommunikationen zu erleichtern. Die lokalen Krankenhäuser haben die Menschen gebeten, Blut zu spenden. Viele Menschen folgen diesem Aufruf.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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