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Erdbeben in Mittelitalien: 130 Tote geborgen, Zahl dürfte noch deutlich steigen

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Erdbeben in Mittelitalien: 130 Tote geborgen, Zahl dürfte noch deutlich steigen

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Nach dem schweren Erdbeben in Mittelitalien am frühen Mittwochmorgen ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf über 130 geschnellt. Zuvor hatte der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi 120 Tote bestätigt. Er war am Nachmittag in Amatrice eingetroffen, einer der am stärksten betroffenen Gemeinden.

Die Zahl dürfte aber noch deutlich steigen solange die Bergungsarbeiten laufen. So stürzte laut dem Bürgermeister von Amatrice auch ein Hotel ein, in dem bis zu 70 Verschüttete vermutet werden.

Das Beben hatten die Menschen in der Nacht im Schlaf überrascht. Der erste Erdstoß der Stärke 6,2 ereignete sich kurz nach 3.30 Uhr Morgens. Im Laufe des Tages folgten zahlreiche schwächere Nachbeben. Das Epizentrum lag etwa 130 Kilometer nordöstlich von Rom.

Besonders heftig traf es neben Amatrice auch Accumoli. In den beiden in der Region Latium gelegenen Ortschaften wurden bislang die meisten Todesopfer geborgen, darunter ganze Familien und viele Kinder. Insgesamt ist in der Region aber eine große Zahl von Dörfern und Kleinstädten betroffen.

Einwohner berichten, dass in einigen Dörfen noch am späten Vormittag keine Rettungskräfte eingetroffen waren und die Einwohner mit bloßen Händen in den Trümmern nach Vermissten suchten. Laut den Behörden gestaltete sich der Zugang zu einigen Dörfern schwierig.

Besonders schwere Schäden gab es in den Altstädten mit ihren teils viele Jahrhunderte alten Gebäuden. Weil Erdbeben in Italien keine Seltenheit sind und trotzdem auch neugebaute Schulen beschädigt wurden, diskutieren italienische Medien nun erneut über mangelnde Sicherungsmaßnahmen. Im Jahr 2009 hatte ein Beben in der selben Region die mittelalterliche Stadt L’Aquila weitläufig zerstört.

Rettungskräfte errichteten im Laufe des Tages Notunterkünfte für die Betroffenen. In Accumoli sind laut dem Bürgermeister rund 2500 Menschen ohne Dach über dem Kopf. Darunter sollen auch rund 2000 meist italienische Touristen sein, die in der kühleren Bergregion ihren Urlaub verbringen.

Die Behörden baten die Bevölkerung, die Straßen freizuhalten und das Mobiltelefonnetz und die Internetverbindungen nicht zu überlasten, um die Arbeit der Rettungsmannschaften und Behörden nicht zu bremsen.

Auch in der Haupstadt Rom waren Erdstöße zu spüren, Experten sollen dort nun unter anderem das Kolosseum auf mögliche Schäden überprüfen.

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