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Flüchtlingskrise: Ein Besuch im "serbischen Dschungel"

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Flüchtlingskrise: Ein Besuch im "serbischen Dschungel"

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Die Grenze zwischen Röszke in Ungarn und dem serbischen Horgoš. Sie liegt mitten auf der sogenannten Balkanroute, einem der Wege, über den Flüchtlinge nach Zentraleuropa gelangen. Vor einem Jahr war viel von der Grenze in den Medien zu sehen. Inzwischen sind die Reporter weg, doch die Situation ist nach wie vor angespannt. Derzeit lagern um die 300 Migranten hier im sogenannten “serbischen Dschungel” von Horgoš. Die meisten sind aus Afghanistan und Pakistan.

Ein Afghane meint: “Die Polizei lässt uns nicht für einen Haarschnitt in die Stadt, deshalb schneide ich den Leute die Haare umsonst. Ich bekommen kein Geld von den Jungs hier.”

Der Sprecher des UNHCR-Büros für Ungarn, Ernő Simon, hält die Lage im Lager von Horgoš für schwierig. Die Flüchtlinge und Migranten hätten nicht einmal die Möglichkeit, sich anständig zu duschen.

“Die Situation ist in jeder Hinsicht schlimm. Familien mit kleinen Kindern, manche gerade erst ein paar Tage alt, leben wochenlang in diesen Zelten, die nicht einmal richtige Zelte sind. Es sind Schuppen, gebaut aus Tüchern, zerrissenen Regenmänteln und Nylon.”

Die Migranten wollen in die Transitzone gelangen. Denn wenn sie dort sind, müssen sich die ungarischen Behörden um die Asylanträge kümmern. Ungarn lässt derzeit 15 Personen pro Tag in die Transitzone. Familien haben Vorrang. Sie kommen meist in von der Regierung zur Verfügung gestellte Unterkünfte, und ihre Anträge werden schneller bearbeitet als etwa die alleinreisender Männer. Unterdessen hat Ungarns Regierung angekündigt, die Grenzanlagen zu Serbien wegen der Flüchtlinge weiter zu verstärken. Mit einem weitere Zaun könne man einen erneuten Ansturm von Migranten besser abwehren, so Ungarns Regierungschef Viktor Orban.

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