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Elektro-Festival GEM-Fest in Georgien: Die Party-Perle

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Elektro-Festival GEM-Fest in Georgien: Die Party-Perle

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Anaklia an der georgischen Schwarzmeerküste. Hier liegt, versteckt hinter der längsten Fußgängerbrücke Europas, eines der bestgehüteten Party-Geheimnisse des Kontinents: Das GEM-Fest, beziehungsweise in ausgeschriebener Form: das “Georgian Electronic Music Festival”; ein regelrechtes Kleinod europäischer Partykultur.

Die Veranstaltung ist noch sehr jung, dieses Jahr fand die zweite Auflage statt, vom 10. bis zum 14. August. Rund 30.000 Raver waren da, die meisten aus dem Kaukasus. Das GEM-Fest scheint auf bestem Wege, ein neuer Hotspot der europäischen Sommer-Festivals zu werden.

Guga, ein Besucher: “Schauen Sie sich um, die Leute sind glücklich. Sie brauchen nur Musik, gib ihnen einfach Musik, und sie tanzen.”

Partygast Ismail: “Als ich gehört habe, wer hier auflegt, musste ich einfach kommen, denn die verrücktesten DJs sind hier.”

Einer von ihnen: Grammy-Gewinner Paul van Dyk. Im März hatte er sich beim Sturz von einer Bühne schwer verletzt. Jetzt ist er wieder da und setzte als prominentester DJ dem diesjährigen GEM-Fest die Krone auf. Auch dabei: Internationale Größen wie Paul Kalkbrenner, Fedde Le Grad oder GusGus.

Das GEM-Fest, ein hedonistischer Freuden-Tempel mit Rund-um-die-Uhr-Action. Von verschiedenen Bühnen auf dem Festivalgelände tönt elektronische Musik, wie hier von der “Aqua-Stage”-Bühne.

Gründer und Leiter des Festivals ist Giorgi Sigua. Er erzählt: “Meine Freunde und ich wollten unser eigenes Festival elektronischer Musik gründen, und es sollte sehr multikulturell und multifunktionell sein. Verschiedene Musikstiele, verschiedene Aktivitäten, verschiedene Stile, die sich an einem Ort verschmischen, im letzte Dorf Georgien.”

Für die DJs wie den in London lebenden Franzosen Lamine ist dies eine gute Gelegenheit, ein ganz besonderes Publikum zu erreichen, das voll und ganz dabei ist.

Lamine: “Die Leute nehmen die Musik so an, wie man es tun sollte, und sie wollen noch mehr. Dadurch bekomme ich Lust, immer weiterzuspielen, ohne Pause.”

Nitsa, eine Festival-Besucherin: “Ich habe wirklich viel Spaß, das ist genau die Art von Festival, die wir hier brauchen. Und dabei habe ich einen gebrochenen Arm. Aber egal! Die Atmosphäre ist toll. Die DJs sind wirklich gut, ich genieße meine Zeit hier.”



Genau hinter dem Festivalgelände liegt Abchasien, ein ehemaliges Kriegsgebiet. Die Menschen aus Anaklia und dem abtrünnigen Abchasien sind seit mehr als zwei Jahrzehnten getrennt, durch militärische Kontrollposten und Stacheldraht.

Als Zeichen des Friedens haben die Festival-Organisatoren beschlossen, dass Menschen aus Abchasien umsonst reindürfen. Und es funktioniert: Gut 150 Abchasen kamen, um mit ihren Nachbarn zu feiern, das waren mehr als doppelt so viele wie vergangenes Jahr. Auch dabei: Rund 1000 Iraner, die hier gemeinsam mit Georgiern, Armeniern, Aserbaidschanern Tag und Nacht durchtanzten.

euronews-Reporter Sebastian Saam: “Die Ambitionen bei den Machern des GEM-Fests sind sehr hoch. In der Euphorie ist dann auch schon mal eben von einem neuen Ibiza die Rede. Dabei liegt der Reiz dieses Festivals momentan eigentlich noch woanders. Denn auch aufgrund der geographischen Lage des GEM-Fests entsteht hier ein Freiraum, den es sonst so in der Region nicht immer gibt.”

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