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Judo als Überlebensstrategie im Bürgerkrieg

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Judo als Überlebensstrategie im Bürgerkrieg

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Seit zwei Jahren tobt im Jemen ein von der internationalen Welt wenig beachteter Bürgerkrieg. Das Chaos hat den Menschen im Süden der arabischen Halbinsel großes Leid gebracht. Es ist schwierig, angesichts der Gewalt und menschlichen Not, nicht die Hoffnung zu verlieren.

Besonders Taiz, die drittgrößte Stadt Jemens ist heftig umkämpft. Hier lebt der Judoka Hesham Al-Hulaibi. Er steht für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Trotz der widrigen Bedingungen setzt er alles daran weiter zu trainieren. Darüber hinaus versucht er den Jugendlichen in seiner Stadt mit dem Judo-Sport Ablenkung vom Elend zu geben. Für ihn ist es eine Überlebensstrategie, wie er uns mitteilt: “Der Sport lässt mich an eine bessere Zukunft glauben und gibt mir Hoffnung. Momentan gibt es überhaupt keine Jobs und der Sport hilft mir und allen anderen wenigstens die große Frustration zu mindern”.

Taiz ist mit die umkämpfteste Stadt im ärmsten Land der arabischen Welt und wird jeden Tag durch heftige Bombardements erschüttert. Die jemenitische Zivilbevölkerung leidet massiv unter dem blutigen Konflikt.
Der Krieg hat aus dem ehemaligen jemenitischen Landesmeister von 2003 nun einen weiteren arbeitslosen Mann gemacht, der um das Überleben seiner Ehefrau und seiner zwei Kinder bangt. Judoka Hesham Al-Hulaibi denkt gerne an alte Zeiten zurück, in denen er seine Heimat in internationalen Wettkämpfen vertreten hatte. An ein geregeltes Training und internationale Wettkämpfe ist momentan nicht zu denken, wie Al-Hulaibi verdeutlicht:
“Momentan ist es so gut wie unmöglich sein Leben zu organisieren. Du versuchst einfach das tägliche Brot irgendwie aufzutreiben, da bleibt keine Zeit für den Sport.”
Doch Hesham Al-Hulaibi will nicht einfach aufgeben. Jede Gelegenheit, die sich anbietet, nutzt er, um auf dem Hausdach trainieren zu können. Mit selbst gebauten Sportgeräten.

Mindestens 10.000 Menschen sind im jemenitischen Bürgerkrieg bislang getötet worden. Diese Zahl nannte der Uno-Koordinator für humanitäre Hilfe.
Rund 13 Millionen Jemeniten seien auf Hilfsleistungen angewiesen, 7,6 Millionen Menschen litten unter einer unsicheren Ernährungslage und brauchen dringend humanitäre Hilfe. Sie benötigten sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel. Rund 180.000 Kinder seien unterernährt. 2,5 Millionen Bürger seien zu Flüchtlingen geworden.

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