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Die 13-Milliarden-Euro-Frage - oder warum Irland kein Geld von Apple will

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Die 13-Milliarden-Euro-Frage - oder warum Irland kein Geld von Apple will

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13 Milliarden Euro Steuern soll Apple an Irland nachzahlen – sagt die EU-Kommission. Das ist mehr als die jährlichen Staatsausgaben für den irischen Gesundheitsdienst und fast ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen Irlands im Jahr 2015. Macht 2.830 Euro für jeden der 4,6 Millionen Einwohner Irlands oder einen 20-Prozent-Brocken des Sparpakets nach dem Bailout 2010 (67 Milliarden Euro). Doch Irland will davon nichts wissen und kritisiert die Entscheidung.

Denn die Kommissions-Entscheidung ist ein Rückschlag für Irlands Steuerpolitik, die mehrere internationale Konzerne ins Land gebracht hat – ein niedriges und stabiles Steuerumfeld gilt als Standortvorteil, neben gut ausgebildeten englisch sprechenden Mitarbeitern und einem verlässlichen Rechtssystem.

Dafür hat Dublin dem Druck aus anderen europäischen Staaten widerstanden, höhere Steuern von Unternehmen zu verlangen. Die Körperschaftssteuer liegt in Irland normalerweise bei 12,5 Prozent – eine Versuchung vor allem für US-Unternehmen, die zuhause fast das Dreifache abliefern müssten.

Der republikanische Präsidentschaftskanditat Donald Trump ist hier übrigens für einen großen Schnitt von 35 auf 15 Prozent.

*LAND KÖRPERSCHAFTS-/UNTERNEHMENSSTEUERN

*Frankreich 34,43 Prozent

*Belgien 33 Prozent

*Portugal 28 Prozent

*Italien 27,50 Prozent

*Deutschland 30 Prozent (incl 15 Prozent Gewerbesteuer)

*Luxemburg 22,47 Prozent

*Großbritannien 20 Prozent

`*Irland 12,5 Prozent

  • USA 35 Prozent

*Kanada 15 Prozent

Quelle: OCDE

Investmentbanker Euan Rellie, BDA Partners, New York:

“Das ist sicher nicht das letzte Wort. US-Unternehmen sind die attraktivsten Ziele, keine Frage, weil sie die tiefsten Taschen haben. Die US-Unternehmen waren sehr effizient bei ihren Geschäften in Europa, ohne zu viel Steuern zu zahlen. Und jetzt verlangt das politische Klima genau das.”

Nicht nur in Dublin geht die Angst um, Investitionen zu verlieren. Befürchtet wird – mit Apples Worten zur Begründung seines Einspruchs gegen die EU-Entscheidung: “…eine tiefgreifende und schädliche Wirkung auf Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa.”

Investmentbanker Euan Rellie, BDA Partners, New York:

“Ich meine, die EU rechnet hier damit, dass große Tech-Unternehmen weiter in Europa im Geschäft bleiben wollen. Wenn Sie aber eine Anlageentscheidung zu treffen haben, eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Asien, den USA oder Europa einzurichten, könnte die Wahl von nun an woanders landen als in der EU.”

Nicht das letzte Wort, wie gesagt.

In Irland konnte sich das Kabinett am Mittwoch nicht auf eine Linie in der Apple-Sache einigen, so Insider laut Medienberichten (Reuters).

Twitter-Satire:

su mit Reuters

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