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"Divines" - Drama, Drogen und Liebe im Pariser Vorstadtghetto

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"Divines" - Drama, Drogen und Liebe im Pariser Vorstadtghetto

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Das französische Drama “Divines” war eine der größten Überraschungen bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes. Das Erstlingswerk von Houda Benyamina gewann die Caméra d’Or (goldene Kamera). Der Film erzählt von den Wünschen und Träumen zweier Freundinnen in einem Pariser Vorstadtghetto, in dem Drogen den Ton bestimmen. Eine leidenschaftliche Liebesbeziehung rüttelt am Selbstbild von Dounia (Oulaya Amamra).

Benyamina nennt sich selbst eine “Autodidaktin”. Nach einer Ausbildung zur Friseurin holte sie ihr Abitur nach und drehte dann Kurzfilme. Ihre rasante Karriere verdankt sie einer Person:

“Ich hatte einen Mentor namens Grégory Protsche, der mir ‘Medea’ von Pasolini und ein Buch namens ‘Reise ans Ende der Nacht’ in die Hand drückte. Und dank der Kunst konnte ich meine Wut produktiv umwandeln.”

“Divines” ist inspiriert von den Pariser Vorstadtunruhen im Jahr 2005. Die Geschichte der jungen Heldin Dounia, die dabei ist, alles zu verlieren, während sie von Wohlstand und Würde träumt, ist auch ein Warnsignal.

“Dounia betet den Gott des Geldes an, sie strebt nach Erfolg und schönen Autos, träumt von einer Reise nach Phuket. Aber gleichzeitig gibt es diese Notwendigkeit, sich mit dem eigenen Innern zu verbinden, diese Spiritualität. Für mich muss sich die Gesellschaft, in der ich lebe, auf ihre Werte zurückbesinnen”, so die Regisseurin.

2006 gründete Houda Benyamina die Organisation “1000 Visages”, einen Kino-Worksphop. Ziel ist es, jungen Menschen mit der Unterstützung von Fachleuten ein Filmprojekt zu ermöglichen. Dort wurden auch die Schauspielerinnen von “Divines” gecastet. Sie besuchen jetzt Schauspielschulen.

“Divines” ist in französischen Kinos angelaufen. Außerdem wird der Film im September auf dem Toronto Filmfestival gezeigt.

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