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Brasilien: Temer zum Präsidenten vereidigt, Rousseff kündigt anhaltenden Widerstand an

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Brasilien: Temer zum Präsidenten vereidigt, Rousseff kündigt anhaltenden Widerstand an

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Nach der Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff und der Vereidigung ihres Nachfolgers Michel Temer ist es in Brasiliens größter Stadt Sau Paulo erneut zu Ausschreitungen gekommen. Anhänger Rousseffs sowie Gegner ihres ehemaligen Vizepräsidenten Temer warfen im Stadtzentrum gemeinsam Scheiben von Banken und Büros ein. Die Polizei versuchte setzte Blendgranaten und Tränengas ein.

Auch friedliche Demonstranten gingen auf die Straße. Anhänger Roussefs sehen in ihr eine soziale Reformerin, der politische Fehler, aber nicht aktive Korruption angelastet werden könne. Roussefs politischen Gegnern werfen sie vor, selbst korrupt sowie frauenfeindlich zu sein. Sie hätten das Amtsenthebungsverfahren opportunistisch und geschickt für einen politisch motivierten Machtwechsel missbraucht.

Dafür spreche auch das Verhalten der Abgeordneten im Senat, so Kritiker. Der hatte am Mittwoch mit 61 zu 20 Stimmen für die Amtsenthebung der ersten weiblichen Präsidentin Brasiliens gestimmt. In einer zweiten Abstimmung entschieden sich die Senatoren aber dagegen, Rousseff die weitere politische Betätigung zu verbieten. Sie könnte sogar erneut kandidieren. Rousseffs Popularität hatte in den vergangenen Jahre aber deutlich gelitten.

Nach 13 Jahren Arbeiterpartei dominiert nun die Partei der Brasilianischen Demokratischen Bewegung (PMDB) die Regierung. Ihre Koalition mit Rousseff hatte die Partei im März aufgekündigt. Michel Temer, vormals Vizepräsident von Rousseff, wurde am Mittwochabend im Senat zum Präsidenten vereidigt.

Rousseff selbst kündigte anhaltenden Widerstand an: “Sie glauben, dass sie gewonnen haben, aber sie täuschen sich. Ich weiß, dass wir alle kämpfen werden. Sie werden es mit der energischten Opposition zu tun bekommen, die eine Putschisten-Regierung haben kann.”

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