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Gabun: Weiterer Tag der Gewalt

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Gabun: Weiterer Tag der Gewalt

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Gabun kommt nicht zur Ruhe: Auch am Donnerstag lieferten sich Demonstranten und Sicherheitskräfte Straßenschlachten. Drei Menschen kamen ums Leben, mehr als 1000 wurden verhaftet, so die Regierung. Die Proteste hatten am Mittwoch begonnen. Hintergrund ist die umstrittene Wiederwahl von Präsident Ali Bongo Ondimba. Die Opposition wirft ihm vor, die Wahl gefälscht zu haben.

Bongo sagte in einer Rede: “Der selbsterklärte Sieg kleiner Gruppen, die zerstören wollen, passt nicht zu einer Demokratie. Die Besetzung des Parlaments oder des nationalen Fernsehens passen nicht zu einer Demokratie.Die Demokratie liegt mir am Herzen, deshalb habe ich das Wahlrecht strengstens befolgt. Ich bin zu keinem Zeitpunkt eingeschritten oder habe niemanden beeinflusst, der mit dem Wahlprozess zu tun hatte. Ich will offen und transparent sein.”

Oppositionsführer Jean Ping beschuldigte die Wahlkommission, Bongo die rund 1000 Stimmen zugeschustert zu haben, die für seinen offiziell verkündeten Sieg letztlich ausschlaggebend waren. Ping rief Bongo dazu auf, zurückzutreten.

In der Nacht zum Donnerstag hatte die Armee das Hauptquartier der Opposition beschossen. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, so Ping. Die EU, Berlin, die USA und die Ex-Kolonialmacht Frankreich forderten ein schnelles Ende der Gewalt.

Bongo gewann laut Wahlkommission 49,8 Prozent der Stimmen, der Oppositionskandidat Jean Ping kam auf 48,2 Prozent. Die EU und das US-Außenministerium forderten eine Bekanntgabe der Ergebnisse aller Wahllokale, um Transparenz und Vertrauen in das Ergebnis herzustellen.

Bongos Wahlsieg sichert dem 57-Jährigen eine zweite siebenjährige Amtszeit. Er übernahm das Amt 2009 von seinem Vater Omar Bongo, der die ehemalige französische Kolonie von 1967 bis zu seinem Tod 2009 regiert hatte. Sein Herausforderer Ping (73) ist ein früherer Weggefährte von Omar Bongo. Er diente als Diplomat, Präsident der UN-Vollversammlung und Chef der Afrikanischen Union.

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