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Geologe in Italien: "Wir ignorieren das Erdbebenrisiko"

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Geologe in Italien: "Wir ignorieren das Erdbebenrisiko"

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Nach dem Erdbeben in Italien untersuchen mehrere Geologen das betroffene Gebiet. Sie wollen herausfinden, wie es zu dem Beben gekommen ist und weshalb die Schäden so hoch waren. Mindestens 294 Menschen kamen ums Leben, ganze Ortschaften wurden zerstört, Tausende sind obdachlos.

Der Geologe Gabriele Ponzoni sagte gegenüber euronews: “Es gab strukturelle Probleme an der Gebäuden. Es handelt sich ja um sehr, sehr alte Häuser. Außerdem ist die Gegend sehr anfällig und erdbebengefährdet. Wir müssen mehr über den Untergrund in Erfahrung bringen, detailliertere geologische Karten erstellen und den Bereich unter der Oberfläche analysieren und seismische Mikrozonen eingrenzen.”

Bei dem Beben hatte sich unter anderem diese Verwerfung gebildet, die sich über 25 Kilometer erstreckt. Ein wichtiger Anhaltspunkt für die Experten. Ihre Studien sollen auch dabei helfen, Häuser besser gegen Erdbeben zu sichern um letztlich Menschenleben zu retten.

Ponzoni: “Wir vergessen, was in der Vergangenheit passiert ist, obwohl es wieder passieren kann, und wir ignorieren das hohe Risiko in manchen Gegenden. Außerdem gibt es ein politisches Problem: Die Politiker denken nur bis zu den nächsten Wahlen. Ein langfristiger Plan, der nich sofort Ergebnisse bringt, ist daher nicht so interessant für sie.”

Unterdessen hat die Regierung den Politiker Vasco Errani zum Sonderbeauftragten für den Wiederaufbau ernannt. Er soll unter anderem die Zusammenarbeit von Behörden, Politik und Kommunen regeln. Und er soll dafür sorgen, dass es keine Korruption und Misswirtschaft gibt. Kritiker fürchten, dass die Mafia ihre Finger mit im Spiel haben und große Mengen an Geld abzweigen könnte. Italiens oberster Mafia-Verfolger, Staatsanwalt Franco Roberti, sagte der Zeitung “La Repubblica”: “Der Wiederaufbau nach einem Erdbeben ist traditionell ein Leckerbissen für Kriminelle und ihre verbündeten Geschäftspartner.”

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