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"raubdruckerin" - wenn aus Gullideckeln Kunst wird

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"raubdruckerin" - wenn aus Gullideckeln Kunst wird

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In Berlin liegt Kunst buchstäblich auf der Straße: “raubdruckerin” bemalt Oberflächen wie Gullideckel oder Gitter und benutzt sie dann als Stempel, um damit grafische Abdrücke auf T-Shirts oder andere Textilien zu drucken. Modedesignerin Emma-France Raff erklärt:

“Es geht ein bisschen darum, dass diese Drucke, die sind ja nicht von mir gezeichnet, sondern sind von mir eigentlich nur in eine neue Umgebung gebracht, also von irgendwelchen Oberflächen auf der Straße, von irgendwelchen Gittern, von Betonflächen, von Gullideckeln werden sie auf T-Shirts und irgendwelche anderen Sachen transportiert und kriegen dadurch ein neues Leben. Aber dieser ‘Raubruck’ kommt davon, dass die schon irgendwie auch geklaut sind.”

Die Farben sind biologisch abbaubar, sodass sie nicht die Umwelt schädigen. Und auch die Materialien sind nachhaltig produziert und aus fairem Handel.

Laut Marcel Schlutt von der Modezeitschrift “Kaltblut” ist damit ein neuer urbaner Trend geboren:

“Die Stadt oder was die Stadt bietet zu verwenden, ist urbaner als Graffiti, denn ich gehe jeden Tag auf der Straße, Tausende von Menschen, und wenn sie Schienen zum Drucken verwendet, ist das bereits gebraucht. Nicht wie wenn ein Künstler daherkommt und etwas malt. Es ist ein Teil der Stadt, es ist anders, es ist urbaner.”

Emma-France Raff verkauft ihre Produkte online und in einem kleinen Laden im Berliner Nikolaiviertel. Kunden nehmen gern ein kleines Stück Berlin mit nach Hause:

“Die Sachen sind sehr originell, keine Motive, die man auf einem T-Shirt erwartet, wirklich cool”, meint Joris Winston.

Die Modedesignerin ist oft mit ihrem Fahrrad in der Stadt unterwegs, um neue Motive zu entdecken. Sie hat ihre Utensilien immer dabei, oft hat sie neugierige Zuschauer. Manche Leute entdecken erst dann, welche Schönheit direkt unter ihren Füßen liegt.

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