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Islam Karimow: Vom Waisenhaus in den Präsidentenpalast

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Islam Karimow: Vom Waisenhaus in den Präsidentenpalast

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Islam Karimow, geboren am 30. Januar 1938 in Samarkand, stand mehr als ein Vierteljahrhundert er an der Spitze Usbekistans. Zuvor war er in der kommunistischen Partei der Sowjetunion aufgestiegen. In einem Waisenhaus aufgewachsen, brachte er es bis zum Finanzminister und stellvertretenden Regierungschef der Sowjetunion. Nach deren Ende wurde er 1991 der erste Präsident der Ex-Sowjetrepublik Usbekistan. Seine Präsidentschaft gilt als eine der längste weltweit. Bei den Wahlen erzielte er stets enorme Erfolge bei einer hohen Wahlbeteiligung.

Für mehrere Jahre wurde Usbekistan zu einem strategischen Partner der USA. Die Amerikaner pachteten nach den Anschlägen vom 11. September eine Militärbasis und führten von hier aus Angriffe auf Ziele in Afghanistan. Derzeit gibt es aber keine US-Basis in dem Land – die Regierung in Taschkent hat ausländische Stützpunkte verboten.

Karimow regierte mit harter Hand. Unter dem Deckmantel des Antiterrorkampfes schränkte er die Rechte der Bevökerung ein. Im Mai 2005 ließ er während der Unruhen im Land einen Aufstand in Andijon blutig niederschießen. Laut der Regierung kamen 187 Menschen ums Leben, Menschenrechtler sprechen von bis zu 600 Toten.

Im März 2015 wurde Karimow für weitere fünf Jahre zum Staatschef gewählt, mehr als 90 Prozent der abgegebenen Stimmen fielen auf ihn. Eine wirkliche Opposition gibt es allerdings nicht, auch haben Wahlbeobachter zahlreiche Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Einige NGOs werfen Karimow vor, die Wahlen regelmäßig gefälscht zu haben. Außerdem habe er willkürlich Gegner inhaftieren lassen und die Folter von Gefangenen erlaubt. Die Lage der Menschenrechte sei schlimmer als je zuvor, so etwa die Organisation Reporter ohne Grenzen.

Am 27. August 2016 erlitt der autoritäre Herrscher eine Hirnblutung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Sein Tod wirft nun die Frage nach einem Nachfolger auf. Eines dürfte dabei sicher sein: das Land steht nun vor einer Situation, wie es sie in seiner post-sowjetischen Geschichte noch nicht gesehen hat.

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