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Usbekistan: Islam Karimow ist tot

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Usbekistan: Islam Karimow ist tot

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Der Präsident Usbekistans, Islam Karimow, ist tot. Das teilte die Regierung in Taschkent mit. Karimow wurde 78 Jahre alt. Er starb an den Folgen eines Schlaganfalls. Am vergangenen Samstag war er mit Hirnblutungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. In der Folge gab es immer wieder widersprüchliche Berichte über seinen Tod. Jetzt ist es offiziell. Die Krankheit Karimows, der als autoritärer Herrscher galt, löste im Land die Angst vor Unruhen aus.

Usbekistan hat fast drei Jahrzehnte keinen anderen Herrscher gekannt als Islam Karimow. Von 1989 an war er kommunistischer Parteichef der Sowjetrepublik in Zentralasien, dann von 1991 an Dauerpräsident des unabhängigen Usbekistan. Die Stabilität seines Landes inmitten unruhiger Nachbarn wie Tadschikistan und Afghanistan sicherte er mit Druck und Gewalt. Karimows Regime galt neben dem abgeschotteten Turkmenistan als härteste Diktatur der Region.

Trotzdem war Karimow über Jahre auch als Partner des Westens gefragt. Sehr zum Missfallen Russlands unterhielten die USA von 2001 an zeitweise eine Militärbasis in Usbekistan für den Krieg gegen die Taliban in Afghanistan. Der deutsche Stützpunkt in der Stadt Termes, über den die Bundeswehr im Afghanistan-Einsatz versorgt wurde, wurde erst Ende 2015 aufgegeben.

Usbekische Städte wie Samarkand und Buchara gehören zu den alten Zentren islamischer Kultur entlang der historischen Seidenstraße zwischen Asien und Europa. Doch Karimow fürchtete wie die anderen Präsidenten Zentralasiens ein Vordringen des Islamismus.

Um seine Macht zu sichern, verbot er nicht nur weltliche Oppositionsparteien wie Birlik oder Erk. Er zwang die muslimische Geistlichkeit auf Staatslinie. Nach einem gescheiterten Attentat 1999 schickte er angebliche Islamisten zu Tausenden in Gefängnisse. 2005 richteten usbekische Soldaten ein Blutbad mit mehreren Hundert Toten unter wehrlosen Demonstranten in der Stadt Andischan an.

Karimow wurde am 30. Januar 1938 in Samarkand geboren und studierte Maschinenbau. Um dem Wüstenland Usbekistan eine eigene Identität zu geben, berief sich der persönliche eher unscheinbare Karimow auf den grausamen Mongolenherrscher Timur. Der hatte im 14. Jahrhundert ein großes Reich bis nach Europa erobert.

Wirtschaftlich brachte er Usbekistan kaum voran, auch wenn das Land mit seinen etwa 32 Millionen Einwohnern über Gold, Silber, Gas, Öl und Kohle verfügt und Baumwolle produziert. Der Reichtum landete wohl vor allem bei seinem Familienklan. Von den zwei Töchtern wollte er die ältere namens Gulnara zur möglichen Nachfolgerin aufbauen. Doch die Familie zerstritt sich in seinen letzten Lebensjahren.

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