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Stiller Protest gegen Fremdenfeindlichkeit: Schweigemarsch für erschlagenen Polen

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Stiller Protest gegen Fremdenfeindlichkeit: Schweigemarsch für erschlagenen Polen

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In der Londoner Vorstadt Harlow haben am Samstag mehrere hundert Menschen mit einem Schweigemarsch gegen den Mord an einem polnischen Fabrikarbeiter demonstriert. Der 40-jährigen Fabrikarbeiter Arek Jóźwik und sein Begleiter waren von einer Gruppe von Jungen und Mädchen angegriffen und niedergerpügelt worden. Jóźwik erlag seinen schweren Verletzungen, sein Begleiter wurde mit Prellungen und Frakturen an der Hand ins Krankenhaus eingeliefert.

Sechs Teenager wurden unter Mordverdachts festgenommen. Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Seit der Volksabstimmung über den EU-Austritt ist die Zahl der fremdenfeindlichen Straftaten in Großbritannien stark angestiegen.

Schätzungsweise 800.000 Polen leben in Großbritannien, rund 200.000 Briten haben polnische Wurzeln, ihre Vorfahren wanderten im und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Großbritannien ein.

Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski ermahnte seinen britischen Amtskollegen Boris Johnson bei einem Treffen in Warschau, für die Sicherheit der “britischen, europäischen und polnischen Bürger”, die in Großbritannien lebten, zu sorgen und Fremdenfeindlichkeit zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft Warschau eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen des Mordes an Arek Jóźwik. Nach polnischem Recht werden Straftaten, die an polnischen Staatsbürgern im Ausland verübt werden, in Polen verfolgt.

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