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LEGO: Wir stellen ein

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LEGO: Wir stellen ein

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12 Jahre ging es beim dänischen Bauklötzchenhersteller LEGO immer nur aufwärts – der Umsatz stieg im Schnitt mehr als 15 Prozent pro Jahr. 2015 als Sahnehäubchen: 25 Prozent Wachstum.

Im ersten Halbjahr 2016 setzte LEGO zwar rund 200 Millionen Euro mehr um als im Vorjahreszeitraum – rund 2,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich standen aber knapp 469 Millionen Euro, 8 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor.

Während die Verkaufszahlen in Europa und Asien weiter wuchsen, enttäuschte das Geschäft auf dem amerikanischen Markt – nach Medienberichten (“Reuters”) wurde in den USA das Marketing gebremst, weil die Produktion nicht nachkam.

Der Spielzeughersteller baut zur Zeit eine neue
Fabrik in China und erweitert Anlagen in Mexiko und Ungarn. Lego beschäftigt weltweit nach eigenen Angaben rund 18.500 Mitarbeiter. Im ersten Halbjahr 2016 seien rund 3.500 neue Mitarbeiter dazugekommen, so das Unternehmen, macht ein Viertel mehr.

su mit dpa

Anne Glemarek, Euronews:

“Wir sprechen mit John Goodwin, Finanzchef bei LEGO. Vielen Dank, dass Sie bei uns sind.

“Nur wenige europäische Unternehmen stellen heutzutage Investitionen vor Gewinne. Aber die Lego-Gruppe hat weltweit 3.500 Leute eingestellt und baut Kapazitäten in China, Mexiko, Ungarn auf. Was ist der Plan?”

Lego-Finanzchef John Goodwin:

“Im Moment gehen etwa 80 Prozent der Lego-Verkäufe in Länder, in denen nur 20 Prozent der Kinder auf der Welt leben. Wir meinen, da gibt es viel Potential, mehr Kinder zu erreichen, rund um den Globus.

Nach zehn Jahren mit zweistelligem Umsatzwachstum hielten wir den Zeitpunkt für Investitionen für gekommen, um für die nächste Wachstumsphase aufzutanken.”

Euronews:

“Thema China: Einer Ihrer Zielmärkte – die Wirtschaft verliert an Schwung. Wie sieht es Ihre Umsatzprognose aus? Erwarten Sie negative Auswirkungen?”

Lego-Finanzchef John Goodwin:

“Wir sehen eine Riesenpotenzial im chinesischen Markt, vor allem in den hunderten Millionen Haushalten, die wir mit fantastischen Legospielen erreichen wollen.”

Euronews:

In Europa hat sich das Geschäftsklima ziemlich verdüstert seit dem britischen “Brexit”-Votum. Welchen Einfluss könnte das auf Ihr Unternehmen und Ihre Strategie haben?”

Lego-Finanzchef John Goodwin:

“Hmm, Großbritannien ist als Markt sehr wichtig für uns, wie auch der freie Handel. Also beobachten wir die Situation rund um den “Brexit” sehr sorgfältig. Wir wollen sicherstellen, dass wir die britischen Verbraucher auch künftig mit dem großartigen Lego Spielerlebnis beliefern können.

Wir versuchen, uns den veränderten Umständen anzupassen, sobald wir sie genauer kennen. Wir beobachten das genau und überwachen es sehr sorgfältig.”

Euronews:

“Im vergangenen Jahr war Brasilien einer von Legos Vorzeige-Märkten. Beeinträchtigt die politische und wirtschaftliche Krise ihren Absatz?”

Lego-Finanzchef John Goodwin:

“Einige amerikanische Sparten haben unter dem wirtschaftlichen Abschwung der letzten 12 bis 18 Monate gelitten, ein schwächeres Wachstum auf diesen Märkten war die Folge.

Aber wie gesagt, sind wir auf dem Markt die Langfristig-Spieler, wir halten Lego im Gespräch und wenn es mit den Volkswirtschaften wieder aufwärts geht, starten wir dort auch wieder durch.”

Euronews:

“2015 war Legos bestes Jahr aller Zeiten, aber Mattel bleibt nach wie vor Spielzeughersteller Nummer eins weltweit. Sie sind Nummer zwei. Wann setzen Sie zum Überholen an?”

Lego-Finanzchef John Goodwin:

“Nun, für uns ist wichtig, so viele Kinder wie möglich mit dem großartigen Lego-Spielerlebnis zu erreichen. Darauf konzentrieren wir uns, unbeirrbar. Ob wir Nummer eins sind oder nicht, ist da zweitrangig oder sogar irrelevant. Im Endeffekt wollen wir mehr Kinder erreichen, das ist für uns wichtig.”

Eurionews:
“John Goodwin, many thanks indeed”

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