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Skurriles Sport-Event: Welt-Nomaden-Spiele

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Skurriles Sport-Event: Welt-Nomaden-Spiele

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Sportler aus vierzig Ländern haben sich eingefunden zu den Welt-Nomaden-Spielen in Kirgisistan. Dieses ungewöhnliche Sport-Event ist eine Hommage an das Erbe der Nomaden aus aller Welt.

Im äußersten Osten Kirgisistans liegt der Yssykköl-See – der zweitgrößte Hochgebirgssee der Welt, inmitten des Tien-Shan-Gebirges, das die Unesco zum Welterbe erklärt hat.
In der nahezu unberührten Landschaft leben verschiedene Volksgruppen und Nomaden – noch weitgehend im Einklang mit der Natur, stolz auf ihre alten Traditionen.

Die Idylle wurde jetzt zur Kulisse für ein skurriles Sportereignis: Die Zweiten Weltspiele der Nomaden. Mehrere tausend Menschen waren Darsteller und Zuschauer beim Eröffnungsspektakel. Sportler aus über vierzig Ländern nahmen teil – deutlich mehr als bei den Ersten Weltspielen, die Kirgisistan 2014 abhielt. Mit einem klaren Ziel, wie Supervisor Sapar Isakov erklärt: “Die Weltspiele der Nomaden sind ein ambitioniertes Projekt für unser Land, aus dem wir viel Nutzen ziehen können. Es ist der Beitrag unseres Landes zur Entwicklung der ganzen Welt. Natürlich hoffen wir, Kirgisistan dadurch weltweit bekannter zu machen. Das Projekt wird unserem Land Wachstum sowohl geistig als auch wirtschaftlich bringen. Und wir sehen an der Teilnehmerliste, dass sich das Projekt enorm entwickelt.”

Und natürlich sollen auch die traditionellen Nomaden-Wettkämpfe und -Sportarten bewahrt werden. Die Teilnehmer treten knapp eine Woche lang in 23 Disziplinen an: Reiterwettkämpfe, Wurfspiele, Kampfsport, Ringen und Bogenschießen.

Stargast bei der Eröffnungsparade war der amerikanische Schauspieler und Kampfsportler Steven Seagal: “Ich glaube an die Nomaden, ich denke, ihre Kultur sollte bewahrt werden. Ich bin sehr stolz auf diesen Präsidenten und sein Land, Kirgisistan, darauf, dass sie versuchen, die Tradition der Nomaden-Spiele zu bewahren.”

Einer der Favoriten ist das Reiterspiel Kok-Boru, kirgisisch für grauer Wolf, eine Art zentralasiatisches Polo. Früher ein Training für die Jäger, die sich spielerisch untereinander Wölfe zuwarfen. Heute ist das Ziel, eine geköpfte Ziege ins gegnerische Feld zu werfen. Für Brock Harris aus dem US-amerikanischen Team eine Herausforderung: “Kok-boru ist gelinde gesagt ein sehr interessantes Spiel. Ich weiß nicht, ob es dafür bei uns in den USA irgendein Gegenstück gibt. Wir finden es total spannend, hier mit den Kirgisen wettzueifern und uns mit ihren Nationalsport amüsieren zu können.”

Neben den Sport-Wettkämpfen standen auch Kulturveranstaltungen auf dem Programm, traditionelle Musik und Pferderennen, Vorführungen von Spielen verschiedener Volksgruppen, Wettbewerbe für lokale Küche und Zeltbau.

Tradition soll hier keinesfalls nur etwas für die Alten sein. Die – junge – kirgisische Teilnehmerin Adina bekräftigt: “Ich bin stolz, dass solch ein Event hier stattfindet, ich bin stolz im Namen der ganzen jungen Generation. Es ist wichtig, unsere Traditionen nicht zu vergessen, und sie werden durch unsere Generation weiter aufrechterhalten.”

Wer Lust auf die ungewöhnlichen Sportarten bekommen hat, für den lohnt sich ein Blick auf die Webseite der Welt-Nomaden-Spiele.

Mit Unterstützung der Kirgisischen Republik

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