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Alltag auf dem Mittelmeer: Retten, überleben und sterben

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Alltag auf dem Mittelmeer: Retten, überleben und sterben

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Es ist ein Kampf um Leben und Tod – jeden Tag. Tausende steigen in kaum seetüchtige Boote, um irgendwie von Libyen nach Europa, meist nach Italien, zu gelangen. Allein am Montag wurden in der Straße von Sizilien 2.700 Menschen lebend aufgegriffen, doch jedes Mal müssen die Rettungskräfte auch Leichen bergen.

Ehe sie von Libyen aus in See stechen, haben viele der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent bereits lange Strecken hinter sich gebracht.

“Ich habe den Südsudan wegen der dortigen Krise verlassen. Wegen der Kämpfe, die zu viele Menschen töten”, sagt ein Mann.

Eine Frau aus Nigeria weiß noch nicht so recht, wie es weitergehen soll: Sie will in einem Flüchtlingslager auf ihre Papiere warten und dann entscheiden.

Und ein anderer Mann – auch er kommt aus Nigeria – will einfach nur den Helfern danken.

Im Mittelmeer kreuzt eine ganze Flotte von Schiffen, die nach Flüchtlingsbooten Ausschau halten. Geir Hilmarsen, Kapitän eines norwegischen Schiffes, erläutert, welche Informationen seine Mannschaft von den Geretteten erfragt.

“Wie kommen die Menschen nach Libyen? Wer hat die Überfahrt organisiert? Wie viel mussten die Menschen dafür bezahlen? Wir versuchen herauszufinden, wer das Schiff steuert und wer an Bord spezielle Aufgaben hatte. Ich gebe die Informationen dann an die italienische Polizei weiter, damit die einen Ansatz für ihre Ermittlungen hat.”

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind seit Jahresbeginn über 280.000 Flüchtlinge und Migranten über das Mittelmeer nach Europa gekommen, fast 3.200 Menschen kamen ums Leben.

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