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Skandal in Versailles: Nicht alle Stühle sind echt

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Skandal in Versailles: Nicht alle Stühle sind echt

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Nicht alles, was glänzt, ist Gold in Versailles. Seit Wochen erschüttert ein Skandal um gefälschte Möbel die französische Öffentlichkeit. Anerkannte Kunsthändler stehen im Verdacht, dem Schloss Fälschungen von Sesseln und Stühlen aus dem 18. Jahrhundert untergejubelt zu haben. Im Zentrum der Ermittlungen steht der renommierte Stuhlexperte und Möbelbeschaffter Bill Pallot, der während der Untersuchungshaft gestand, Kopien in Auftrag gegeben zu haben, ein Betrug in Millionenhöhe.

Dabei hatten Kunstkenner wie Didier Rykner schon lange Zweifel angemeldet.

Didier Rykner, “La Tribune de l’Art”: “Bill Pallot ließ bei Kunsttischlern Kopien anfertigen, die er dann über renommierte Pariser Antiquitätenhändler oder Verkaufshäuser weiter vermittelte oder sogar direkt verkaufte.”

So kamen die Fälschungen ins Schloss. Versailles mit seinen gut Zwölftausend kostbaren Möbelstücken, ist der größte Auftraggeber auf dem Markt für Antiquitätenmöbel.

Didier Rykner, “La Tribune de l’Art”: “Dass Versailles viermal gefälschte Möbel bestellte, ist schon ärgerlich genug. Aber dass Versailles Möbel, die vermutlich gefälscht sind, ausstellt und noch dazu Geld für ihre Instandhaltung ausgibt, ist ein echter Skandal.”

Der den ohnehin angeschlagenen französischen Markt für Möbelantiquitäten, der sich ab diesem Wochenende zur Biennale des Antiquitaires in Paris trifft, stark erschüttert. Die Ermittlungen der französischen Kunstpolizei OCBC, laufen auf vollen Touren. Gegen zwei Personen wurde ein Verfahren wegen organisierten Verbrechens und schwerer Geldwäsche eingeleitet.

Auf diesem Video von 2010 erklärt Experte Bill Pallot, wie man einen gefälschten Stuhl von einem echten unterscheidet…

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