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Hollande: Islam mit Laizismus vereinbar

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Hollande: Islam mit Laizismus vereinbar

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Ein Präsident demonstriert Stärke und Besonnenheit vor dem Hintergrund vernichtender Umfragewerte. In seiner Grundsatzrede nach der Sommerpause gab sich der französische Präsident François Hollande kämpferisch: “Demokratie in Zeiten des Terrors” war das Thema seiner Grundsatzrede.

Hollande erklärte, “dieser Krieg ist neu. Demokratien stellt er vor eine Herkules-Aufgabe. Deswegen engagiert sich Frankreich im In- und Ausland. Dort kämpfen wir, dort verteidigen uns unsere Armeen, denn es ist dieselbe Bedrohung, es sind dieselben Täter, auf die wir im Irak, in Mali, in Syrien und bei uns in Frankreich stoßen.”

Hollande präsentiert Frankreich als starken Staat, der Kriege führt. Und sich als Beschützer der Nation.

“Mit der Regierung von Manuel Valls werde ich alles tun, um die Franzosen zu schützen,” meinte Hollande. “Ich schulde Ihnen Ehrlichkeit: Die Bedrohung wird nicht nachlassen. Wir müssen deshalb für Sicherheit sorgen, aber ohne unser Leben einzuschränken, das ist wichtig. Die Terroristen stellen uns gleich vor zwei Herausforderungen: sie zu besiegen und geichzeitig wir selbst zu bleiben.”

Der Sommer in Frankreich war gezeichnet vom Attentat in Nizza und der Burkini-Debatte. Hollande erteilte konservativen Plänen für neue Bekleidungsvorschriften eine Absage. Der Präsident erklärte, die Trennung von Kirche und Staat sei mit dem Islam kompatibel. Auf beiden Seiten müsse man sich anpassen.

Hollande: “Sind Islam und Laizismus miteinander vereinbar? Ich denke: Ja. Die Regeln des Laizismus stehen einem praktizierendem Islam in Frankreich nicht im Weg. Vorausgesetzt, dass er gesetzeskonform ist.
Es muss uns gelingen, einen Frankreich-Islam zu schaffen.”

Goße Worte, die auf eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt schließen lassen. Erst Anfang Dezember will sich Hollande dazu äußern. Doch laut Umfragen sind 88% der Franzosen gegen sein erneutes Antreten. Mit dieser Grundsatzrede will Hollande sein Image aufbessern.

“Unsere Identität spiegelt sich in unserer Geschichte, unserer Kultur, unseren Werten und unserer Lebensweise wider. Sie steht nicht still, ist kein unbewegliches Foto. Identität ist in permanenter Bewegung. Deshalb ist Frankreich mehr als eine gemeinsame Identität. Es ist eine Sichtweise. Die Gefahr besteht darin, dass Frankreich an sich zweifelt, wenn es unter Druck steht. Dass es stehenbleibt, sich zurückzieht oder sich verschließt.”

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