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EU-Finanzminister nehmen Griechenland - in aller Freundschaft - zur Brust

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EU-Finanzminister nehmen Griechenland - in aller Freundschaft - zur Brust

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Griechenland sieht wieder einmal diese belehrend erhobenen Zeigefinger. «Im Laufe des Sommers ist zu wenig geschehen,» sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem bei einem Treffen der Euro-Finanzminister in Bratislava, Slowenien. Bis Ende September muss das Land Reformen umsetzen, um neue Hilfskredite zu bekommen. Eine Eskalation im Schuldenstreit wie im vergangenen Jahr wollen alle Beteiligten aber unbedingt vermeiden.

Jeroen Dijsselbloem, niederländischer Finanzminister und Präsident der Euro-Gruppe:

“Der Sommer ist vorbei. Wir müssen wirklich neu durchstarten und verlorene Zeit reinholen. Und der griechische Minister, unser griechischer Kollege, ist meiner Meinung nach überzeugt, dass es im gemeinsamen Interesse ist, Kurs zu halten. Das hat sehr viel mit Vertrauen zu tun, Vertrauen natürlich zwischen uns, Vertrauen in den IWF, der vor Jahresende an Bord kommen will. Aber auch Vertrauen von außen in Griechenland und die griechische Wirtschaft.”

«In einer idealen Welt hätten wir bis zum jetzigen Zeitpunkt mehr Fortschritte gesehen», sagte auch EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Von 15 ausstehenden «Meilensteinen» seien erst zwei
erfüllt.

Pierre Moscovici:

“Wir müssen deutlich sagen, dass Verpflichtungen einzuhalten sind. Wir müssen wirklich anspruchsvoll sein, aber zugleich sollten wir nicht dramatisieren. Wir haben immer noch die Chance, die Griechenland-Vereinbarung zu erreichen. Alle wollen das, der politische Wille da, die Möglichkeiten auch. Und die Fachleute sind kommende Woche vor Ort.”

Die internationalen Geldgeber hatten sich im Mai grundsätzlich darauf verständigt, Griechenland 10,3 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Eine Tranche in Höhe von 7,5 Milliarden Euro wurde bereits im Juni ausgezahlt, weitere 2,8 Milliarden Euro sollten – bei nachgewiesenem Reformeifer – im Herbst folgen. Das Land muss dafür bis Ende September jedoch noch Reformen umsetzen. Insgesamt ist in dem im vergangenen Jahr mühsam ausgehandelten Hilfsprogramm ein Volumen von bis zu 86 Milliarden
Euro vorgesehen. Zu den noch offenen Spar- und Reformmaßnahmen gehören unter anderem weitere Privatisierungen und ein Umbau des griechischen Energiesektors. «Jetzt ist der Druck wieder da», sagte Dijsselbloem.

su mit dpa

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