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Warschau: Professor angegriffen, weil er Deutsch sprach

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Warschau: Professor angegriffen, weil er Deutsch sprach

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Ein polnischer Professor ist in einer Straßenbahn in Warschau angegriffen worden, weil er mit einem Kollegen aus Jena Deutsch sprach. Polnische Medien griffen den Fall am Freitag auf, nachdem eine Studentin darüber auf Facebook berichtet hatte. Der Historiker Jerzy Kochanowski sagte der Zeitschrift “Newsweek”, dass er mit einer Schramme im Gesicht im Krankenhaus behandelt worden sei.

Bei der Fahrt in der überfüllten Straßenbahn am Vorabend habe sich ein Insasse über das Deutsch beschwert. Als Kochanowski sagte, er spreche Deutsch, weil sein Gast kein Polnisch könne, schlug der Mann zu. Der Angreifer habe keinen erkennbar rechten Hintergrund gehabt, er sei eher angetrunken gewesen, sagte der renommierte Historiker. Der Straßenbahnfahrer sei ihm nicht zu Hilfe gekommen.

Solidaritätsbekundung auf Twitter

Kochanowski ist Professor der Universität Warschau und forscht über Zeitgeschichte sowie deutsch-polnische Beziehungen. In Polen haben nationalistische Stimmungen in den vergangenen Monaten zugenommen. Wie es sein könne, dass man 2016 in Polen verprügelt werde, wenn man eine andere Sprache spricht, fragte die Studentin Katarzyna Czajka in ihrem Facebook-Eintrag. Aktivisten riefen dazu auf, am Samstag in Warschau Straßenbahn zu fahren und demonstrativ in anderen Sprachen zu sprechen.

Der Facebook-Eintrag der Studentin

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