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Chaos in Libyen

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Chaos in Libyen

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Die Lage in Libyen bleibt verwirrend. Truppen eines Generals haben wichtige Ölterminals der libyschen Einheitsregierung angegriffen.
Die Kämpfer des Generals Chalifa Haftar haben nach eigener Aussage die Anlagen Ras Lanuf und Sidra unter ihre Kontrolle gebracht. Das bestreitet die Miliz, die sie bewacht.

Die Kontrolle über Öl bedeutet in dem tief gespaltenen Bürgerkriegsland Macht und Geld. Ras Lanuf und Sidra zusammen stehen für mehr als die Hälfte des libyschen Ölaufkommens.

Politisch und militärisch gespalten

Chalifa Haftar war bereits General unter Muammar al-Gaddafi. Er ist einer der mächtigsten Männer Libyens. Haftar weigert sich, die UN-gestützte Einheitsregierung mit Sitz in Tripolis anzuerkennen. Er hat enge Verbindungen zur Gegenregierung von Tobruk.

Diese kontrolliert den Osten des Landes, den Westen die Einheitsregierung von Fayez al-Sarraj.
Im Südwesten haben Tuareg das Sagen. Das Land ist nicht nur politisch, sondern auch militärisch tief gespalten:

Die nationale libysche Armee unter General Haftar im Osten. Im Westen die Miliz Farj Libya, bewaffneter Arm der Regierung von Tripolis, die Tuareg und im Norden ISIL:

Islamistische Bedrohung

Die Spitze der Einheitsregierung von Tripolis muss an zwei Fronten kämpfen: gegen die Terrormiliz des so genannten Islamischen Staates wie in Sirte und gegen General Haftar.

Gelingt es diesem, sich die Ölvorkommen des Landes zu sichern, ist das Überleben der Einheitsregierung in Gefahr. Sarraj hat das Amt des Ministerpräsidenten seit März inne. Er hat zwar den Rückhalt der UNO und der Internationalen Gemeinschaft, aber in Libyen selbst fehlt ihm wesentliche Unterstützung:

Als die rivailiserenden Kräfte im Dezember das Abkommen für die Schaffung einer Einheitsregierung unterschrieben, war die Hoffnung noch groß, den Bürgerkrieg zu beenden. Doch das Parlament in Tobruk verweigert bis heute die Zustimmung.

Vom Machtvakuum profitieren die IS-Dschihadisten, die die wichtige libysche Hafenstadt Sirte besetzt halten.

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