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Clintons Gesundheit: "Perspektive nicht verlieren"

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Clintons Gesundheit: "Perspektive nicht verlieren"

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Hier ist das Interview mit unserem Washington-Korrespondenten Stefan Grobe zum Thema Clintons Gesundheitszustand.

Euronews:
“Nun sprechen wir mit unserem Washington-Korrespondenten Stefan Grobe. Die Sache mit Clintons Gesundheitszustand wurde bisher als konservative Verschwörungstheorie abgetan. Das hat sich jetzt wohl geändert?”

Stefan Grobe, Washington:
“Ich glaube, ja. Clintons Wahlkampfteam muss sich jetzt direkt dem Thema stellen, es wird in den nächsten Tagen die Nachrichten dominieren, und sie müssen das Thema klar und transparent angehen.

Ihr Terminplan ist schon geändert worden. Das wird ihre Gegner weiter anheizen, die Clinton als nicht stabil und ungeeignet für den Präsidentenposten darstellen, und sie werden auf den Vorfall in New York hinweisen als Beweis dafür, dass da, wo Rauch ist, eben auch ein Feuer sein muss.”

Euronews:
“Allein das Video, in dem Clinton fast kollabiert, hat ja schon eine starke Wirkung. Wieviel Schaden kann das anrichten, ganz gleich, welche Zusicherungen bezüglich ihrer Gesundheit gegeben werden?”

Stefan Grobe, Washington:
“Es ist im Moment noch zu früh, um sich dazu zu äußern. Wir wollen die Perspektive nicht verlieren: Sie hatte eine Lungenentzündung, sie nahm Antibiotika und sie stand 90 Minuten ohne zu trinken in der Hitze.

Dass ihr schwindelig wurde, das wird ihr nicht vorgeworfen, sondern dass die Öffentlichkeit erst zwei Tage nach der Diagnose einer Lungenentzündung darüber informiert wurde, und auch nur wegen des Vorfalls in New York. Das gibt denen Recht, die immer sagen, dass sie nicht offen und nicht transparent sei.

In genau zwei Wochen findet die erste Fernsehdebatte zwischen Clinton und Donald Trump statt, und diese Debatte wird mehr als irgendetwas anderes entscheiden, wie der Rest des Wahlkampfes aussieht.”

Euronews:
“Was hat Donald Trump eigentlich zu all dem gesagt? Wo steht er jetzt?”

Stefan Grobe, Washington:
“Trump war fast einen Tag lang still, was ungewöhnlich für ihn ist. Dann wünschte er Hillary alles Gute.

Sein Wahlkampfteam weiß, dass dies ein sehr delikater Augenblick ist, und sie können ja schlecht Schadenfreude zeigen. Denn: Trump ist älter als Clinton, er ist übergewichtig, er macht keinen Sport, und er liebt Junkfood.

Trump hat überhaupt nichts über seine Gesundheit herausgelassen, außer einem geradezu peinlichen Brief eines Arztes mit vier Absätzen, in dem in etwa steht, dass Trump der Kandidat mit der besten Gesundheit in der amerikanischen Geschichte sei.

Heute sagte Trump, dass er sich in der vergangenen Woche einer Untersuchung unterzogen habe und er die Ergebnisse bald veröffentlichen werde. Die Frage ist natürlich: Warum erst jetzt? Also, die Sache mit der Gesundheit betrifft beide Lager.”

Euronews:
“Stefan Grobe, unser Korrespondent in Washington, vielen Dank.”

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