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Juliette Binoche: "Mit Filmen etwas verändern, menschlicher werden"

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Juliette Binoche: "Mit Filmen etwas verändern, menschlicher werden"

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Auf dem Internationalen Filmfestival Cinefest im ungarischen Miskolc wurde Juliette Binoche mit dem Europa-Preis ausgezeichnet. Eine weitere Auszeichnung für die französische Ausnahmeschauspielerin, die 1996 für ihre Rolle in “Der englische Patient” den Oscar für die Beste Nebendarstellerin erhielt.

Die Anzahl der Filme, in denen sie mitwirkte, ist beeindruckend, darunter sind Perlen wie “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins” von Philip Kaufman, “Chocolat – Ein kleiner Biss genügt” von Lasse Hallström oder “Caché” von Michael Haneke.

Bekannt ist die Schauspielerin auch für ihr Engagement für mehr Frauen- und Menschenrechte.

Juliette Binoche: “Für mich ist ein Film die Möglichkeit, etwas zu verändern, menschlicher zu werden, den anderen besser zu verstehen, mehr Mitgefühl zu zeigen und auf gewisse Weise, offener zu werden.”

Mit viel Rührung erinnert sich Juliette Binoche an den vor 20 Jahren verstorbenen Filmemacher Krzysztof Kieślowski, mit dem sie 1996 “Drei Farben: Blau” drehte. Letzterer lief als Eröffnungsfilm des Festivals in Miskolc.

Juliette Binoche: “Für mich war es sehr einfach, mit Krzysztof zu arbeiten. Er war sehr ernsthaft bei der Sache, hatte aber auch eine große Leichtigkeit und Sinn für Humor, wie ein Existenzialist. Ich liebte das, dennn es brachte seine Menschlichkeit zum Vorschein.”

“Motel Mist” von Prabda Yoon

Zu den auf dem Festival vorgestellten Filmen gehört “Motel Mist” vom thailändischen Schriftsteller, Drehbuchautor, Künstler und Designer Prabda Yoon. Der Streifen über ein heruntergekommenes Hotel, in dem sich Gäste ihre exzentrischen Fantasien erfüllen, ist sein Regie-Debüt.

Das Programm des Festivals stecke voller Entdeckungen, findet Jury-Präsident Klaus Eder. “Wenn man viel auf Festivals fährt, sieht man oft dieselben Filme. Und hier sieht man Beiträge, die nicht im internationalen Festivalbetrieb sind, echte Überraschungen. Das ist ein Programm, das einen neugierig macht.”

“Memo” von István Tasnádi

“Memo” ist ein ungarischer Film von István Tasnádi, der in 80er Jahre zurückführt. Die Handlung dreht sich um einen Patienten, der an Hypermnesie leidet, einer übergroßen Erinnerungsfähigkeit.

István Tasnádi: “Es gibt viele Filme, die sich mit dem Thema Amnesie befassen, das ist ein eigenes Genre. Aber das Gegenteil von Amnesie, die totale Erinnerung, ist neu im Film. Das hat mich fasziniert. Denn nur selten findet man ein Thema, das noch nicht in Filmen oder auf der Bühne ausgeschöpft wurde. Hypermnesie ist extrem selten, ich muste in der medizinischen Fachliteratur nachlesen. In den 50er Jahren gab es die Fallstudie eines sowjetischen Professors über einen Patienten mit Hypermnesie. Das hat mich zu dem Film inspiriert. Die Geschichte ist erfunden, aber der Fall ist

euronews-Reporter Gábor Ács sagt über das Festival: “Während das Filmfestival von Cannes an der glamourösen Côte d’Azur glänzt, findet das das Cinefest von Miskolc in einer eher ärmeren Region im Osten Ungarns statt, in der die Gehälter niedriger sind und eine höhere Arbeitslosenrate herrscht. Dennoch gibt es hier eine lebendige Theaterszene, ein Opernfestival und eines der wichtigsten internationalen Filmfestivals des Landes.”

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