Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Sonya Yoncheva - eine faszinierende "Norma"

musica

Sonya Yoncheva - eine faszinierende "Norma"

Mit Unterstützung von

Es ist das Glanzstück des Belcanto: Vincenzo Bellinis Meisterwerk “Norma” eröffnet die neue Saison am Londoner Royal Opera House. Und es ist auch ein Debüt für Sonya Yoncheva, die in die Fußstapfen von Legenden wie Maria Callas und Joan Sutherland tritt.

Die phänomenale bulgarische Sopranistin nimmt es mit der immens anspruchsvollen Titelpartie auf: “Norma ist ganz anders als alles, was ich vorher gemacht habe. Ich habe versucht, andere Klangfarben auszudrücken, nicht nur stimmlich, sondern auch schauspielerisch. Als mir die Partie angeboten wurde, war es etwas, das ich wirklich machen wollte, denn ich wusste, es ist eine ganz große Frauenrolle.”

Zum ersten Mal seit fast 30 Jahren kehrt die Oper über die Hohepriesterin und ihre Liaison mit dem Erzfeind auf die prestigeträchtige Londoner Bühne zurück. Inszeniert von der renommierten katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus. Am Dirigentenpult Sir Antonio Pappano: “Bellini war ein Meister der Melodie”, schwärmt er. “Keine gewöhnlichen Melodien, sondern Melodien für die Ewigkeit. Sie verweben sich in gewisser Weise ineinander. Sie sind fast so etwas wie Stickerei.”

Und weiter: “Die Rolle der Norma ist in meinen Augen der Mount Everest im Repertoire einer Sopranistin, keine Frage. Die Sängerin muss mit Autorität singen, mit Kraft, Klarheit, mit Ausdrucksstärke, sie muss aber auch in der Lage sein, diese wunderschönen Melodien zu spinnen.”

Sonya Yonchevas Lieblingspassagen in dem Werk: “Ich mag die Momente, in denen sie so verletztlich ist, denn das ist genau der Teil in ihr, den sie nicht akzeptieren kann. Diese doppelte Persönlichkeit, diese Verwundbarkeit, die sie nicht zeigen will.”

Eine der berühmtesten Arien der Operngeschichte ist “Casta Diva”, in der Norma die Mondgöttin anfleht: “Casta Diva ist eine geniale Komposition”, sagt Pappano, “aber es ist auch der Moment, in dem die Handlung stoppt, und es gibt ein Gebet… Man muss Atmosphäre schaffen… und dazu einen großartigen Belcanto… oft begleitet von nur einem einfachen Arpeggio” und singt es gleich vor “das ein hypnotisches Gefühl hervorrufen soll.”

Für Yoncheva ist Casta Diva “ein sehr intimer, vollkommen geistig verinnerlichter Moment für Norma und ihr Volk.” Und: “Es war heute sehr hart, nicht zu weinen, nicht die Kontrolle über meine eigenen Gefühle zu verlieren. Ich bin da völlig eingetaucht. Ich empfinde mich nicht als Sängerin, sondern als Geschichtenerzählerin. Und es ist für mich absolut unmöglich, nicht eins mit meinen Figuren zu werden.”

ALL VIEWS

Tap to find out
Nächster Artikel