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Ägyptens Wirtschaft in Schwung bringen - ein pharaonisches Vorhaben

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Ägyptens Wirtschaft in Schwung bringen - ein pharaonisches Vorhaben

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Mit einer Rosskur mit finanzieller Rückendeckung des Internationalen Währungsfonds (Zwölf-Milliarden-Dollar-Kredit) will die Militärregierung von General Abdel Fattah al-Sisi Ägyptens Wirtschaft in Schwung bringen. Das IWF-Programm mit drei Jahren Laufzeit soll der Regierung unter anderem helfen, das Haushaltsdefizit und die Staatsschulden zu verringern, das Wachstum anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) will zusätzlich sechs Milliarden Euro für Projekte außerhalb des EU-Territoriums einsetzen, um den Flüchtlingsstrom nach Europa zu begrenzen, auch in Ägypten. Eine Kreditlinie von einer halben Milliarde Euro soll dort Mittelständlern auf die Beine helfen.

Im April hat die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) 1.8 Millionen Euro für ägyptische Mittelständler freigegeben.

Sahar Nasr. Ministerin für internationale Zusammenarbeit, auf der 21. Euromoney Egypt Conference in Kairo:

“Wir konnten die Summe der europäischen Bank verdoppeln, die für den privaten Sektor in Ägypten gedacht ist. Wir sind für die Zusammenarbeit mit den internationalen Institutionen, denn sie geben langfristige Finanzdarlehen.”

Amr Almuniry, Berater des ägyptischen Finanzministers:

“Unser Reformplan enthält ein umfassendes Programm mit Wirtschafts-, Finanz- und Steuerreform. Dieser Plan wurde in Zusammenarbeit mit den internationalen Institutionen ausgearbeitet und hat ihre vollständige Rückendeckung.”

Unter anderem sollen sämtliche Subventionen für Güter des Grundbedarfs gestrichen werden, eine Mehrwertsteuer eingeführt, staatliche Arbeitsplätzen abgebaut, Staatsunternehmen privatisiert und das ägyptische Pfund weiter abgewertet werden.

Alex Cobos, Berater, Euromoney Learning-Solutions, London:

“Die Regierung versucht, die die Wirtschaftsaktivität voranzubringen, aber das Land braucht auch noch Unterstützung aus anderen Regionen.”

Die ägyptische Wirtschaft leidet nach dem Umsturz im Zuge eines Volksaufstandes vor fünf Jahren noch immer unter politischer Unsicherheit. Touristen und Investoren machen einen Bogen um das Land. Die Inflation liegt zur Zeit bei 15 Prozent pro Jahr. 40 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als zwei US-Dollar pro Tag.

Mohammed Shaikhibrahim, Euronews, Kairo:

“Für arabische und ausländische Investoren ist die Euromoney-Konferenz eine Möglichkeit, das Reformprogramm der Regierung genau zu prüfen. Ist die Infrastruktur attraktiv für ihre Investitionen? Und das vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen – was soziale Fragen und Sicherheit angeht.”

su mit Reuters

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