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1500 Flüchtlingskinder in Griechenland obdachlos

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1500 Flüchtlingskinder in Griechenland obdachlos

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Sie sind das schwächste Glied in der Flüchtlingskrise: Kinder und Jugendliche. Tausende Minderjährige kommen unbegleitet nach Griechenland. Entweder sie verlieren ihre Eltern auf der Flucht, oder sie werden allein losgeschickt, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Shajad kommt aus Afghanistan. Den Teenager traf es besonders hart. Sein Flüchtlingsschiff sank, er musste stundenlang schwimmen, bis er in Samos ankam.
Shajad erinnert sich, “es war wirklich gefährlich in Syrien. Die Menschen dort kämpfen, trinken, zerbrechen Scheiben und machen alles kaputt. Die Polizei kann nichts dagegen unternehmen.”

Shajad will nach Österreich weiterreisen. Der 15-jährige Tacha aus Afghanistan will später als Mechaniker in Deutschland arbeiten.
“Es war gefährlich und schwierig, sich an die Regeln zu halten. Im Camp hatte ich nicht so große Angst, aber es war gefährlich, die Grenze zu überqueren.”

Viele minderjährige Flüchtlinge leben gefährlich. Oft werden sie straffällig oder zum Opfer von Gewalt. Fast 1.500 Flüchtlingskinder befinden sich derzeit obdachlos in Griechenland.

16 Jugendliche haben es besser angetroffen: in der Unterkunft Irida der NGO Giving for Greece, finanziert durch Spendengelder. Die zuständige Programmleiterin Sofia Kouvelaki erklärt, “viele Kinder sind zu Fuß geflohen, haben Wüsten und Berge durchwandert und Flüsse überwunden. All diese Kinder haben entweder Gewalt gesehen oder selbst erfahren müssen. Sie haben ein großes Trauma. Wenn sie hier ankommen, sind sie verletzt. Es ist wichtig, ihnen hier ein therapeutisches, gesundes und fröhliches Umfeld zu bieten.”

Sozialarbeiter Fotis Parthenidis meint, “wir beginnen mit dem Wesentlichen. Wir machen ihnen klar, dass wir nicht von der Polizei sind, dass sie freie Menschen sind, ein neues Leben beginnen können, zur Schule gehen und neben der Schule anderen Aktivitäten nachgehen können.”

In der Unterkunft Irida sollen Kinder und Jugendliche vor Gewalt und Kriminalität geschützt werden. Der stellvertretende UNHCR-Repräsentant für Griechenland Giovanni Lepri sagte,
“wenn sie ohne ihre Eltern gehen, setzen sie sich automatisch einem größeren Risiko aus. Es ist wahrscheinlicher, dass sie ausgebeutet und Opfer von Gewalt werden. Sie brauchen jede Unterstützung und Hilfe für ihr zukünftiges Leben.”

In den ersten sechs Monaten kamen vier Mal soviele Minderjährige nach Griechenland als im Vorjahreszeitraum.

Akis Tatsis, euronews-Büro Athen: “In der Flüchtlingskrise sind unbegleitete Flüchtlingskinder am verletzlichsten. Alle betroffenen NGOs fordern von der Internationalen Gemeinschaft, diesen Aspekt des Problems nicht zu vergessen.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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