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Kongo: Tote bei Brandstiftungen in Oppositionsbüros

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Kongo: Tote bei Brandstiftungen in Oppositionsbüros

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In der Demokratischen Republik Kongo eskaliert die Gewalt. In der Haupstadt Kinshasa wurde das Hauptquartier der größten Oppositionspartei Union für Demokratie und sozialen Fortschritt (UDPS) in Brand gesteckt. Dabei kamen zwei Menschen im Inneren des Gebäudes ums Leben, zwei weitere erlitten laut Nachbarn schwere Verletzungen.

Ein blutverschmierter Kongolese beklagte: _“Wir sind keine Kongolesen. Wir sind Fremde im eigenen Land, weil wir hier leiden.”

Augenzeugen berichteten, bewaffnete Unbekannte in Uniform hätten das Gebäude in Brand gesteckt. Oppositionsanhänger reagierten mit Entsetzen. Felix Tshesekedi, Sohn des UDPS-Vorsitzenden Ethienne Tshesekedi, sagte:

“Wir können nicht weiter mit solchen wildgewordenen Menschen leben. Wir wollen, dass diese Diktatur beendet wird.”

Ein anderer Oppositioneller erklärte:

“Wir verurteilen dieses Verhalten. Es ist traurig und schockierend. Die Polizei und die Armee sind unpolitisch. Aber es ist nicht gut, dass sie in einen Konflikt wie diesen verwickelt sind. Es ist enttäuschend.”

Auch Büros anderer Oppositionsparteien wie der Fonus und der MLP gingen in Flammen auf. Die Regierungsgegner befürchten, dass sich Präsident Joseph Kabila über das Ende seiner verfassungsgemäß letzten Amtszeit im Dezember hinaus an der Macht halten will.

Die USA und die EU und fordern Kabila seit Monaten auf, kein drittes Mandat anzustreben und eine geregelte Wahl zu garantieren.

Am Montag waren am Rande von Protesten tausender Oppositionsanhänger landesweit nach unterschiedlichen Berichten zwischen 17 und 53 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Zivilsten. Dabei hatten die Sicherheitskräfte laut Augenzeugen neben dem Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken auch mit scharfer Munition geschossen.

Die Fluggesellschaft Air France strich mehrere Flüge von Frankreich nach Kinshasa.

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