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Bei Knochenbrüchen: 3D-Schiene statt Gips

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Bei Knochenbrüchen: 3D-Schiene statt Gips

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Eine Gitterstruktur aus dem 3D-Drucker könnte künftig den guten alten Gipsverband ersetzen. Die 3D-Schiene ist viel leichter und ermöglicht zudem die eine gute Luftzirkulation. Ein echter Vorteil für den Patienten. Pflege und Behandlung werden vereinfacht, auch therapeutische Maßnahmen wie Ultraschall oder Elektrostimulation. Mehrere Start-ups arbeiten derzeit an der Umsetzung des Konzepts. Beispielsweise das Projekt MEARE der ungarischen Firma Adites, auf Grundlage biologisch abbaubarer Materialien.

Miklós Molnár, CEO, Adites: “Das Prinzip an sich wurde bereits mit einem Design-Preis ausgezeichnet. Aber das Verfahren steckt noch in der Entwicklung. Es ist zwar nicht meine Erfindung, aber ich habe einen innovativen Ansatz, der eine Weiterentwicklung ermöglicht.”

Die Idee stößt bei Medizinern auf reges Interesse. Der Leiter der Notaufnahme am Budapester Peterfy Sandor Krankenhaus glaubt, dass die 3D-Schiene eine echte Verbesserung der bei der Versorgung von Knochenbrüchen bringen könnte. Er wäre bereit für einen Test.

Ferenc Tóth: “Die Schiene wäre für die Langzeitbehandlung geeignet, ganz gleich, ob bei Unfällen oder bei durch Krankheit verursachten Verletzungen. Sie ermöglicht eine bequeme und vor allem luftdurchlässige Ruhigstellung der Knochen, auch, wenn die Schwellung bereits abgeklungen ist. Ein vielseitiger Einsatz ist denkbar.”

Für die Herstellung einer Schiene wird das gebrochene Körperteil eingescannt und ein passgenaues Modell für den 3D-Druck berechnet. Das ungarische Team arbeitet an der Beschleunigung des Verfahrens und der Reduzierung der Herstellungskosten. In zwei Jahren könnte der 3D-Gips-Ersatz auf den Markt kommen.

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