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New York - Anklage wegen Einsatz von Massenvernichtungswaffen

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New York - Anklage wegen Einsatz von Massenvernichtungswaffen

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Der mutmaßliche New Yorker Attentäter Ahmad Khan Rahami ist wegen des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen und einem Anschlag auf öffentliche Orte angeklagt worden. Die Explosion eines Sprengsatzes in Manhattan mit rund 31 Verletzten habe «bedeutende Verletzungen und Sachschäden in Höhe mehrerer Millionen Dollar» angerichtet, heißt es im Schreiben der Staatsanwaltschaft vom Dienstag. Sie wirft Rahami zudem vor, auch die weiteren Sprengsätze in Manhattan sowie im Nachbarstaat New Jersey deponiert und bei
seiner Festnahme auf Polizisten geschossen zu haben.

In einem Heft, das Rahami während der Festnahme bei sich trug, entdeckten Ermittler gegen die US-Regierung gerichtete Notizen. Die USA «schlachteten» Dschihadisten im Irak sowie in Afghanistan, Syrien und Palästinensergebieten ab, heißt es darin. Der islamistische Extremist Anwar al-Awlaki, der Armeepsychologe Nidal Malik Hasan, der in der Militärbasis Fort Hood (Texas) 13 Menschen getötet und 42 verletzt hatte sowie der getötete Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden werden gelobt. «So Gott will, wird das Geräusch der Bomben auf den Straßen gehört werden», heißt es am Ende des handschriftlichen Dokuments. Auch die Suche des FBI und die Angst, gefasst zu werden,
werden den Ermittlern zufolge darin erwähnt.

Allein der rund 50 Kilogramm schwere Müllcontainer, in dem Rahami einen der Sprengsätze versteckt haben soll, sei durch die Wucht der Explosion mehr als 35 Meter weit geflogen. Fenster seien in bis zu drei Stockwerken Höhe geborsten. Der wohl aus einem Schnellkochtopf gebaute Sprengsatz sei mit Stahlmuttern gefüllt gewesen.

Die US-Bundespolizei FBI hat Rahami bereits vor zwei Jahren näher überprüft. Damals habe sich Rahamis Vater mit dem Verdacht gemeldet, sein Sohn sei ein Terrorist, hieß es aus Polizeikreisen. Dem Kontakt war offenbar ein Messerangriff von Rahami auf seinen Bruder vorausgegangen. Der Vater habe seine Angaben später zurückgenommen und den Ermittlern gesagt, er sei nur der Ansicht gewesen, dass sein Sohn sich mit Kriminellen abgebe. Der Fall wurde den Angaben zufolge vom FBI überprüft. Allerdings seien keine Verbindungen zu Terrorgruppen festgestellt worden. Schließlich sei die Angelegenheit nach wenigen Wochen zu den Akten gelegt worden.

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