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Roms Bürgermeisterin legt Veto gegen Olympia-Bewerbung 2024 ein

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Roms Bürgermeisterin legt Veto gegen Olympia-Bewerbung 2024 ein

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Die italienische Hauptstadt Rom wird aller Voraussicht nach ihre Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 zurückziehen.

Bürgermeisterin Virginia Raggi ist gegen die Kandidatur und unterstützt das Projekt nicht. Das Nationale Olympische Komitee Italiens hatte zuvor erklärt, ohne die Zustimmung der Stadt werde es keine Bewerbung geben:

Euronews Interview mit Virginia Raggi:

“Bei den Olympischen Spielen steht nicht mehr der Sport im Vordergrund, es sind Olympische Spiele der Wirtschaft und der Infrastruktur. Nicht nur in Italien, sondern überall auf der Welt. Die wirtschaftlichen und historischen Daten sagen, dass alle Gastgeberstädte nach den Spielen auf riesigen Schulden saßen.

In Montreal beispielsweise wurde das Budget um 796% überzogen. Das sind die Kosten, das sind die Daten. Ich würde sagen, dass Rom mit einem aktuellen Schuldenstand von 13 Milliarden Euro, es sich nicht leisten kann, Sportstätten zu bauen, die hinterher niemand gebrauchen kann.

Wenn wir über Sport sprechen, dann bin ich gerne dabei. Aber wir reden aktuell über Baumaßnahmen. Rom verfügt über mehr als 160 Sportstätten, die teilweise stark renovierungsbedürftig sind und um die sich aktuell nicht gekümmert wird. Über Sport können wir gerne diskutieren, jeden Tag, aber hier geht es um etwas anderes”.

Für Rom ist es nach dem Aus für die Kandidatur um die Spiele 2020 wegen der Finanzkrise der zweite Rückzug innerhalb kurzer Zeit.

Nachdem die Bürger in Hamburg im vergangenen Jahr in einem Referendum gegen die Olympia-Bewerbung gestimmt hatten, bleiben nach einem Aus von Rom nur noch Paris, Budapest und Los Angeles im Rennen um die Ausrichtung der Spiele.

Auch der ursprüngliche US-amerikanische Bewerber Boston ist ausgestiegen. Immerhin die sportverrückten USA sind überzeugt von Los Angeles als Olympia-Stadt, Kritik oder Proteste gibt es dort nicht.

Auch in Paris zeigten Umfragen eine klare Mehrheit der Bevölkerung für die Kandidatur, ein Referendum war ohnehin nie geplant, in der Politik gibt es eine breite Mehrheit für die Pläne. Die Entscheidung über den Ausrichter fällt jedoch erst im nächsten Jahr, im September 2017 in Lima.

In Ungarn könnte es theoretisch noch zu einer Volksabstimmung kommen, allerdings werden Budapest ohnehin nur Außenseiter-Chancen eingeräumt.

Für den Chef des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach, ist die Entwicklung in Rom wenig erfreulich. Das IOC kämpft mit einem Imageproblem.

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