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Syrien: "Informationskrieg" um Hilfskonvoi-Bombardierung?

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Syrien: "Informationskrieg" um Hilfskonvoi-Bombardierung?

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Nach der Bombardierung des Hilfskonvois in Syrien suchen die Außenminister der USA, Russlands, Deutschlands und anderer Nationen in New York Wege zum Erhalt der Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland. Dabei drohen sich die Fronten allerdings eher zu verhärten.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, auf Videoaufzeichnungen sei gut sichtbar, dass Terroristen mit einem Lastwagen den Konvoi begleiten würden. Auf dem Lkw stehe ein großkalibriger Granatwerfer, hieß es. Das russische Außenministerium wies erneut Vorwürfe zurück, die russische oder die syrische Luftwaffe könne in den Angriff verwickelt sein. Der Verteidigungsausschusses in Moskau warf den USA vor, den Konvoi “schamlos für einen Informationskrieg zu benutzen”.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete Dienstagabend unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise, zum Zeitpunkt der Bombardierung hätten sich zwei Suchoi Su-24-Kampfjets im Luftraum über dem Konvoi aufgehalten. Die Flugzeuge russischer Produktion werden von Luftwaffen mehrerer Nationen eingesetzt, darunter Russland und Syrien. Das Pentagon kommentierte den Bericht zunächst nicht.
Vertreter der USA hatten zuvor erklärt, entweder stecke das syrische Regime hinter dem Luftangriff oder Russland. Wer den Konvoi tatsächlich attackiert hat, bleibt offen.

Jens Laerke vom UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten sagte: “Sollte sich diese rücksichtslose Attacke als absichtlicher Angriff auf Helfer herausstellen, dann würde es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Ich fordere eine sofortige, unparteiische und unabhängige Untersuchung dieses tödlichen Zwischenfalls. Der oder die Täter sollen wissen, dass sie eines Tages für den Bruch internationaler Menschenrechte verantwortlich gemacht werden.”

Bei dem Angriff auf den Hilfskonvoi der UN und des Roten Halbmonds wurden nahe der umkämpften Stadt Aleppo laut den Hilfsorganisationen mehr als 20 Zivilisten getötet. Ein großer Teil der Lieferung sei zerstört worden. Die UN wollen ihre Hilfe für Zehntausende notleidende Syrer erst wieder aufnehmen, wenn die Sicherheitslage der ihrer Mitarbeiter geprüft ist.

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