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Frische Impulse auf der "Photo Docks Art" in Lyon

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Frische Impulse auf der "Photo Docks Art" in Lyon

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Fotografie liegt auf dem Kunstmarkt im Trend. Das illustrierte die jüngste “Photo Docks Art” im französischen Lyon. 15 internationale Galerien zeigten auf der Fotomesse ihre Schätze. Mit dabei: die sensiblen Schwarz-Weiß-Porträts des französischen Fernsehmoderators Nikos Aliagas.

Ziel der Messe ist, den Markt in Frankreich und Südeuropa zu entwickeln und einen Überblick über aktuelle Tendenzen zu geben. Die starke Präsenz der Fotografie im Internet und den sozialen Netzwerken sorge durchaus für frische Impulse, findet der Pariser Galerist Romain Houg.

“Wir haben jetzt Künstler, die noch viel weiter gehen, nach neuen Techniken suchen, ihre Kamera anders einsetzen. Auch die abstrakte Fotografie entwickelt sich weiter, die Suche nach neuen Drucktechniken und Materialien. Ich glaube, wir stehen wirklich am Anfang der zeitgenössischen Fotografie.”

Die Fotomesse mit überschaubaren Tarifen bietet auch kleinen Galerien und Newcomern die Möglichkeit, in Lyon neue Kunden zu gewinnen. Beispielsweise die in Ramallah ansässige Gallery One, die die Arbeiten zweier palästinensischer Fotografen, Khaled Jarrar und Bashar Alhoun, vorstellt.

Samar Martha, Direktorin Gallery One: “Wir sind eine noch sehr junge Galerie, wir existieren erst seit zweieinhalb Jahren und haben noch kein Standbein auf dem europäischen Markt. In den ersten zwei Jahren war ich vor allem in meiner Region aktiv und versuche nun, auch in Europa Fuß zu fassen.”

Sandra Senns “Flüchtiges Getriebe”

Viele Fotografen haben eine ausgesprochen künstlerische Herangehensweise. Die von der Düsseldorfer Galerie Voss vertretene Schweizerin Sandra Senn inszeniert ihre ganz eigenen, eigentümlichen Konstruktionen, die zwischen Fantasie und Wirklichkeit schweben.

Sandra Senn: “Es interessiert mich nicht als Skulptur. Ich habe diesen Anspruch, dass man es einfach wirklich mit dem Geist, mit dem geistigen Auge weiterdenkt und dass man nicht reingehen kann, sondern dass man eigentlich ein Stück weit mit der Fantasie oder mit seiner eigenen Idee darin spielt. Wenn ich das öffne, dann ist das sofort eigentlich sichtbar und etwas sichtbar machen, das ist wie wenn der Vorhang fällt. “

Bruno Hadjih und die Wüste

Der aus Algerien stammende und in Paris ansässige Bruno Hadjih hat sich als Fotoreporter für große Zeitungen und Magazine gemacht, in jüngster Vergangenheit jedoch eher künstlerische Richtung eingeschlagen. Wenn auch mit dokumentarischem Anspruch. Etwa seine Fotoserie über die Sahara, die er seit vielen Jahren bereist.

Bruno Hadjih: “Diese Arbeit erstreckt sich über 10 Jahre, es geht um das Konzept Wüste. Was bedeutet Wüste in der Vorstellung der westlichen Welt? Grundlage ist ein philosophischer Gedanke, ausgehend von der Konsumgesellschaft. Es sind nicht nur dekorative Bilder, die man sich hinhängt, sie haben eine Bedeutung.”

Wolfgang Spindler, euronews: “Heute ist fast jeder Fotograf. Die ‘Photo Docks Art’ zeigt eine Auswahl von großartigen Fotografen, für die Fotos machen das Resultat eines langwierigen künstlerischen Prozesses ist. Eben mehr, als nur knipsen und ‘Klick, Klick’ machen.”

Die Fotoausstellung ist bis zum 9. Oktober im Erdgeschoss des “Pavillon 8” im Lyoner Stadtteil Confluence zu sehen.

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