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Deutsche, Commerzbank: Untergangsstimmung im Frankfurter Bankenviertel

Die Deutsche Bank kämpft um das Vertrauen ihrer Aktionäre.

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Deutsche, Commerzbank: Untergangsstimmung im Frankfurter Bankenviertel

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Die Deutsche Bank kämpft um das Vertrauen ihrer Aktionäre. Zu Wochenbeginn sackte die Aktie zeitweise um mehr als sechs Prozent ab auf den niedrigsten Wert ihrer Geschichte. Immer mehr Anleger fürchten, dass die Bank angesichts der drohenden Strafe wegen Hypothekengeschäften – 13 Milliarden Euro sind aufgerufen – in den USA ihr Kapital erhöhen muss.

Nach Medienberichten («Focus») will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Bank (im
Rechtsstreit mit den US-Behörden) nicht helfen – weder finanziell noch diplomatisch. «Damit ist die Aktie zum Abschuss freigegeben», sagte ein Börsianer.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin:

“Zur Deutschen Bank möchte ich nur soviel sagen, dass die Deutsche Bank ein Teil des deutschen Banken- und Finanzwesens ist. Und was wir uns natürlich wünschen: Dass alle Unternehmen – auch wenn es temporäre Schwierigkeiten gibt – eine gute Entwicklung nehmen. Darüber hinaus möchte ich das nicht kommentieren.”

Die Deutsche Bank betonte, Vorstandschef John Cryan habe «zu keinem Zeitpunkt die Bundeskanzlerin darum gebeten, dass die Regierung im Hypothekenverfahren mit dem amerikanischen Justizministerium interveniert».

Staatshilfe sei kein Thema, erklärte ein Sprecher der Bank: «Die Deutsche Bank ist fest entschlossen, ihre Herausforderungen alleine zu lösen.» Auch die Frage nach einer Kapitalerhöhung stelle sich «derzeit» nicht, die Bank erfülle alle regulatorischen Vorgaben.

Tom Stevenson, Institutioneller Investor “Fidelity International”, London:

“Wir sollten nicht überrascht sein, dass die deutsche Regierung nicht bereit ist der Deutschen Bank aus der Klemme zu helfen. In Deutschland wird im kommenden Jahr gewählt, und eine schwächelnde Bank zu unterstützen – das gibt einfach keine Stimmen.”

COMMERZBANK

Und in Frankfurt gleich um die Ecke liegt die nächste schwächelnde Bank. Beim Umbau der Commerzbank (15,60 Prozent Bundesanteil nach einer Rettungsaktion Anfang 2009, reduziert von gut 25 Prozent) muss nach einem Medienbericht (“Reuters”) fast jeder fünfte der gut 50.000 Mitarbeiter um seinen Arbeitsplatz bangen.

Nach einem Strategiepapier plane der Vorstand den Abbau von 9.000 Stellen in den nächsten Jahren, sagte demnach ein Insider über eine Vorlage für den Aufsichtsrat.

Insgesamt waren der Commerzbank zusammen mit einer Kapitalerhöhung 18,2 Milliarden Euro der Öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt worden.

Twitter-Kommentar:

su mit Reuters, dpa