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Deutsche-Bank-Aktie fällt unter Psycho-Marke 10 Euro - "keine Panik" bittet Bankchef Cryan

Weil einige Hedgefonds Gelder bei Deutschlands größtem Geldhaus abgezogen haben, sind die Aktien des Instituts vorübergehend um bis zu neun Prozent abgestürzt – auf das neue Rekordtief von 9,90…

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Deutsche-Bank-Aktie fällt unter Psycho-Marke 10 Euro - "keine Panik" bittet Bankchef Cryan

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Weil einige Hedgefonds Gelder bei Deutschlands größtem Geldhaus abgezogen haben, sind die Aktien des Instituts vorübergehend um bis zu neun Prozent abgestürzt – auf das neue Rekordtief von 9,90 Euro.

Meinung

Das Gespenst einer neuen Bankenkrise geht an den Finanzmärkten um

Seit einem Allzeithoch im Jahr 2007 hat die Aktie rund 90 Prozent verloren. “Eine sehr psychologische Barriere wurde durchbrochen”, sagte Michael Hewson, Analyst bei CMC Markets in London.

Ein großer Hedgefonds in Asien habe in den vergangenen beiden Tagen Sicherheiten von rund 50 Millionen Dollar bei der Deutschen Bank abgezogen, sagten Insider nach Medienberichten (“Reuters”). Marktteilnehmern zufolge gibt es zudem einige Hedgefonds, die auf einen Kursverfall des Instituts wetten.

Viele fühlten sich an die Finanzkrise von 2008 erinnert, als große Hedgefonds Konten bei Prime-Brokern von Häusern wie Bear Stearns abzogen und damit deren Niedergang beschleunigten. “Das hat jeder im Hinterkopf”, sagte ein Hedgefonds-Manager laut Medienberichten (“finanzen.net”), dessen Firma ihre Engagement bei der Deutschen Bank vor kurzem zurückgefahren hat.

Mehrere Bankenaufseher und Vorstandschef John Cryan warnten davor, deshalb in Panik zu verfallen. Am Markt seien derzeit Kräfte unterwegs, die das Vertrauen in die Bank schwächen wollten, schrieb Cryan in einem Brief an die rund 100.000 Mitarbeiter des Instituts. “Unsere Aufgabe ist es nun dafür zu sorgen, dass diese verzerrte Außenwahrnehmung unser Tagesgeschäft nicht stärker beeinflusst.”

“Zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Deutsche Bank, was ihre Bilanz angeht, so sicher wie heute,”
argumentierte Cryan. Mit Liquiditätsreserven von mehr als 215 Milliarden Euro – das sind fast vier mal so viel wie Ende 2008 – habe das Geldhaus “einen überaus komfortablen Puffer.”

Ähnlich äußerte sich EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger. “Die Banken sind heute im Schnitt sehr viel besser kapitalisiert als vor der Krise,” so Lautenschläger gegenüber Medien (“Börsen-Zeitung”), “und auch bei der Aufsicht hat sich viel getan.”

Oliver Roth, Börsenspezialist bei der Oddo Seydler Bank:

“Also wir haben keine Krise ähnlich wie Lehman Brothers, weil die Autoritäten, die Regulierungsbehörden und die Staaten daraus gelernt haben – man darf so eine Bank natürlich niemals pleitegehen lassen, weil sie letztendlich systemrelevant ist. Vor daher ist das überhaupt kein Thema, dass die Deutsche Bank pleitegeht. Sondern die Deutsche Bank muss ihre Probleme lösen. Zunächst einmal selbst und wenn sie das nicht alleine schafft, dann muss ihr eben geholfen werden.”

Die Deutsche Bank steht wegen niedriger Zinsen, eines kostspieligen Konzernumbaus und Hunderten Rechtsstreitigkeiten seit Jahren unter Druck. Vor zwei Wochen spitzte sich die Lage zu, als das US-Justizministerium für das Institut wegen Tricksereien auf dem amerikanischen Immobilienmarkt eine Strafe von 14 Milliarden Dollar – 12,5 Milliarden Euro – aufrief. An der Börse ist der gesamte Konzern zur Zeit nur rund eine MillIarde mehr wert.

Dax und EuroStoxx50 fielen zeitweise um jeweils mehr als zwei Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 10.189,94 und 2922,82 Punkten. Der europäische Banken-Index büßte bis zu 3,8 Prozent ein. Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets, Frankfurt, sprach von einem rabenschwarzen letzten Handelstag des Quartals: «Das Gespenst einer neuen Bankenkrise geht an den Finanzmärkten um.» Sollte sich der Dax nicht über der Unterstützungszone bei rund 10 250 Punkten behaupten können, drohe ein Rutsch unter die Marke von 10 000 Punkten. Bis zum Nachmittag machte die Deutsche-Bank-Aktie den Einbruch mehr als wett und stieg auf mehr als 10,50 Euro.

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Sigrid Ulrich mit Reuters, dpa