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Mit "Blut" besprüht: Moskauer Fotoausstellung zum Ukraine-Konflikt verwüstet


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Mit "Blut" besprüht: Moskauer Fotoausstellung zum Ukraine-Konflikt verwüstet

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Erneut ist es in Moskau wegen einer Fotoausstellung zu gewalttätigen Protesten gekommen. Mehrere Dutzend Männer, zum Teil in traditionellen Kosakenuniformen, verwüsteten das Sacharow-Zentrum. Dort sind Bilder von ukrainischen Soldaten, die in Donetzk und Luhansk gegen pro-russische Separatisten kämpfen, zu sehen.

“Ich möchte dies dem Direktor des Zentrums geben. Es ist Blut der Kinder aus dem Donbass. Damit können Sie die Lage objektiv darstellen. Die Menschen auf den Fotos töten auch Kinder”, meinte der Abgeordnete der Bezirksversammlung Dmitri Zacharow.

Dass seine Fotos in Moskau mit roter Farbe besprüht wurden hat Sergei Loiko nicht überrascht. Den Vorwurf der Einseitigkeit nimmt er gelassen: “Die Seite, die auf dieser Ausstellung fehlt, ist innerhalb Russlands sehr gut vertreten. Stellen Sie das Fernsehen an, dann haben sie diese Seite, schlagen Sie eine Zeitung auf, dann ist diese Seite da, reden Sie mit einem Ultranationalisten, diese Seite. Wenn eine andere Seite auftaucht, warum diese Hysterie? Wenn Sie diese andere Seite sehen wollen, warum organisieren sie dann nicht ihre eigene Ausstellung?”, fragt Loiko.

Die Bilder des weißrussischen Fotografen Alexander Wasjukowitsch und des Ukrainers Sergej Loiko, der für die Los Angeles Times arbeitet, waren beim Fotowettbewerb “Direct Look” ausgezeichnet worden.

Erst vor wenigen Tagen war eine umstrittene Ausstellung mit Bildern des US-Fotografen Jock Sturges in Moskau angeriffen worden. Aktivisten und kremlnahe Politiker hatten die Bilder als “Kinderpornographie” eingestuft.

Mehr zum Thema

facebook-Seite von Alexander Wasjukowitsch

LA Times: Sergei L. Loiko

Direct Look Fotowettbewerb

Sacharow-Zentrum Moskau (russisch, englisch)

The Interpreter: Protesters Spill Jar of 'Blood of Children of Donbass' on Photographs of War in Ukraine at Sakharov Center

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