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Streumunition in Aleppo im Einsatz? Russland entsendet weitere Kampfjets

Russland verteidigt Luftangriffe auf Aleppo, während die USA mit einem Abbruch der bilateralen Gespräche drohen.

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Im Norden der belagerten syrischen Großstadt Aleppo toben heftige Kämpfe, nachdem syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten dort einen neuen Angriff begonnen haben. Die Verbände reklamierten vereinzelte Geländegewinne im Stadtviertel Bustan al-Pasha für sich.

Am Freitag starben bei erneuten Luftangriffen auf Aleppo mindestens zwölf Menschen. Kampfflugzeuge griffen ein Rebellengebiet im Nordosten der Stadt an, erklärte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Zahl der Opfer könne noch steigen, da Vermisste unter Trümmern lägen.

Aktivisten erklärten, während mehrerer Luftangriffe auf Aleppo sei international geächtete Streumunition eingesetzt worden. Vom Aleppo Media Center veröffentlichte Videos zeigten für diese Munitionsart typische Hausbrände, hieß es. Augenzeugen berichteten auch über den Einsatz von Phosphorbomben.

Auch im von der Regierung kontrollierten Westen Aleppos seien am Freitag mindestens elf Zivilisten getötet worden, berichtete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dort hätten islamistische Milizen zahlreiche Granaten abgefeuert.

Laut der russischen Tageszeitung Iswestija verstärkt die russische Luftwaffe ihren Materialeinsatz in Syrien. Bedingt durch “das Scheitern des Waffenstillstands” sei “eine große Gruppe von Su-25-Kampfflugzeugen” nach Syrien entsandt worden. Der Kreml erklärte, es gebe keinen zeitlichen Rahmen für den Einsatz russischer Truppen in dem Bügerkriegsland.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow verteidigte in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry die Luftangriffe auf Aleppo. Die US-Forderung nach einem Stopp der Angriffe könne nicht erfüllt werden, weil die frühere Al-Nusra-Front in Aleppo ihrerseits keinerlei Waffenruhe achte, sagte Lawrow nach Angaben seines Ministeriums in Moskau. Die USA erfüllten zudem nicht ihre Zusage, die gemäßigte Opposition und Terroristen zu trennen. Das Pentagon wies den Vorwurf zurück. Man habe die moderaten Rebellen aufgefordert, sich innerhalb der siebentägigen Feuerpause von der Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra) loszusagen. Die Waffenruhe sei aber gebrochen worden. Die USA wiederholten ihre Drohung, den Dialog mit Russland einzustellen.