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Volksabstimmung in Kolumbien über Friedensvertrag mit der Farc


Kolumbien

Volksabstimmung in Kolumbien über Friedensvertrag mit der Farc

In Kolumbien findet an diesem Sonntag das Referendum über den vor einer Woche zwischen Regierung und Farc-Rebellen geschlossenen, historischen Friedensvertrag statt. Umfragen sehen voraus, dass eine deutliche Mehrheit der Kolumbianer dem Abkommen zustimmen wird. Der mehr als 50 Jahre andauernde Konflikt wäre damit beendet.

Der Verhandlungsführer der Regierung, Humberto de la Calle Lombana, sagte: “Wer mit Ja stimmt, der wird nicht nur dafür sorgen, dass die Farc als bewaffnete Gruppe nicht mehr existiert, sondern dafür, dass ganz Kolumbien einen neuen Weg einschlagen kann. Natürlich hat jeder das Recht, mit Nein zu stimmen, aber die, die das tun, müssen sich der Konsequenzen bewusst sein. Ich hoffe, dass wir alle als Kolumbianer uns für die Zukunft unseres Landes entscheiden.”

Für den ehemaligen kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe und seine Anhänger ist der Friedensvertrag jedoch ein fataler Fehler, der Terroristen Sonderrechte zugesteht. Er erklärte: “Wir stimmen mit Nein, aber wir wollen auch den Frieden. Wir sind jedoch besorgt darüber, dass dem Terrorismus klein beigegeben und unsere Demokratie geschwächt wird.”

Das Abkommen sieht eine Landreform, neue Ansätze im Kampf gegen den Drogenhandel und eine Entschädigung der Opfer vor. Die Rebellen erhalten in den kommenden zwei Wahlperioden zehn Abgeordnetenmandate garantiert. Zudem werden selbst schwerste Verbrechen mit maximal acht Jahren Haft geahndet. Ob die Kommandeure der Farc wirklich ins Gefängnis müssen, ist äußerst fraglich. Vor allem die beiden letzten Punkte sind den Gegnern des Vertrags ein Dorn im Auge.

Bei den Kämpfen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen mehr als 220.000 Menschen ums Leben, Millionen wurden vertrieben.

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