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Knappes "NEIN" - Kolumbianer lehnen historischen Friedensvertrag ab


Kolumbien

Knappes "NEIN" - Kolumbianer lehnen historischen Friedensvertrag ab

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Völlig überraschend haben die Kolumbianer das historische Friedensabkommen zwischen der Regierung und der linken Guerillaorganisation FARC abgelehnt. Bei der Volksabstimmung am Sonntag stimmten 50,21 Prozent gegen den Vertrag, 49,78 Prozent votierten für das Abkommen, 60.000 Stimmen gaben den Ausschlag. Alle Umfragen waren von einer klaren Mehrheit für das Abkommen ausgegangen.

An der Karibik- und Pazifikküste stimmten die Menschen mit Ja, im Landesinneren, mit Ausnahme der Hauptstadt Bogotá mit Nein. Ein Zusammenhang zwischen Konfiktregionen und Abstimmungsergebnis ist nicht erkennbar.

“Meine Befugnisse als Präsident bleiben unangetastet ebenso wie meine Verpflichtung die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, um Frieden zu suchen und auszuhanden”, betonte Staatspräsident Juan Manuel Santos.

Die FARC-Guerilla schloss eine Rückkehr zum bewaffneten Kampf zunächst aus. FARC-Kommandeur, Rodrigo Londoño, der das Abkommen ausgehandelt hatte, verfolgte in Kuba, wo die Friedensgespräche stattfanden, den Ausgang der Abstimmung.

“Mit diesem Ergebnis wissen wir, dass unsere Herausforderung als politische Bewegung noch größer geworden ist. Und wir müssen stärker werden, um einen stabilen und dauerhaften Frieden zu erreichen”, erklärte Londoño.

Das Abkommen sollte einen mehr als ein halbes Jahrhundert währenden Konflikt beenden, bei dem über 260.000 Menschen getötet wurden. Die Gegner des Abkommens hatten vor allem die relativ milden Strafen für die Guerilleros kritisiert – eine Sonderjustiz sieht maximal acht Jahre Haft für FARC-Verbrechen vor.

Ansprache von Staatspräsident Santos nach Bekanntwerden des Abstimmungsergenisses

Presidente Santos luego de conocerse los resultados del Plebiscito por la Paz – 2/10/2016

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Registraduría Nacional del Estado Civil: Plebiscito 2 octubre 2016 (Abstimmungsergebnis, spanisch)

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