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Kolumbianer lehnen Friedensabkommen mit Farc-Guerilla ab


Kolumbien

Kolumbianer lehnen Friedensabkommen mit Farc-Guerilla ab

Die Kolumbianer haben den Friedensvertrag zwischen der Regierung und der linken Guerillaorganisation Farc völlig überraschend abgelehnt. Gut 50 Prozent votierten gegen das Abkommen, wie die Wahlbehörde nach der Auszählung fast aller Stimmen mitteilte. Alle Umfragen waren zuvor von einer Bestätigung des Abkommens ausgegangen. Wie es mit dem kolumbianischen Friedensprozess nun weitergeht, ist völlig unklar. Die Regierung und die Farc-Rebellen hatten den Vertrag nach knapp vierjährigen Verhandlungen am vergangenen Montag unterzeichnet, der den ältesten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas mit mehr als 220 000 Toten beilegen sollte. Nach dem negativen Votum kann das Abkommen nun zunächst nicht umgesetzt werden. Die Ablehnung ist auch ein harter Rückschlag für Staatschef Juan Manuel Santos. Er hatte den Friedensprozess mit den Farc in das Zentrum seiner Präsidentschaft gestellt und offensiv für das Abkommen geworben.

Der Vertrag sieht eine Landreform und neue Ansätze zur Bekämpfung des Drogenhandels vor. Die Farc wollten künftig mit politischen Mitteln für ihre Ziele eintreten. Die Rebellen sollten in den kommenden zwei Wahlperioden zehn Abgeordnetenmandate garantiert bekommen. Zudem
wären selbst schwerste Verbrechen nur mit maximal acht Jahren Haft geahndet worden.
Die Gegner des Abkommens hatten vor allem die relativ milden Strafen für die Guerilleros kritisiert. „Der Frieden weckt Hoffnungen, aber die Vertragstexte sind enttäuschend“, sagte der ehemalige Präsident Álvaro Uribe, der für eine Ablehnung des Abkommens geworben hatte.

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