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3-jährige Ashley entgeht Amputation


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3-jährige Ashley entgeht Amputation

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Von einer Schramme zur Herzinfektion

In Venezuela kann eine kleine Wunde tödlich enden. Das musste Ashley erfahren. Weil es im krisengeschüttelten Land an Antibiotika mangelt, hätte die Dreijährige fast ihr Bein, schlimmstenfalls sogar ihr Leben verloren. Alles begann mit einer scheinbar harmlosen Schramme, die die Mutter desinfizierte.
Oriana Pacheco erinnert sich: “Sie fiel hin und schlug sich das Knie auf. Was danach auf uns zukam, hätten wir niemals vorhersehen können. Zwei Wochen später reagierte ihr Körper. Sie bekam eine septische Arthritis.”

Über die weiteren Komplikationen informiert uns Ashleys Kinderarzt Dr. Richard Rangel:
“Das dreijährige Mädchen Maykelis Ashley Pacheco ist wegen einer Hautinfektion ins Krankenhaus gekommen. Der resistente Keim ist in die Blutbahn geraten und hat so ihre Lungen befallen. Ashley ist zunächst an einer Lungenentzüdung und dann an einer Herzinfektion, einer Endocarditis, erkrankt. Um die Infektion unter Kontrolle zu bekommen, hätte sie von Anfang an durchgehend mit einem Antibiotikum (Vancomycin) behandelt werden müssen. Doch das war nicht möglich, weil niemand das Medikament vorrätig hatte.”

Versorgungskrise in Krankenhäusern

Im Frühling sah der Arzt fünf Kinder innerhalb einer Woche sterben, weil es keine Antibiotika gab. In staatlichen Krankenhäusern fehlt es an vielem: Die Zahl der Betten verringerte sich seit 2014 um fast die Hälfte (40%). Viele diagnostische Instrumente sind außer Betrieb. Es gibt noch nicht einmal Alkohol, um Wunden zu desinfizieren. In öffentlichen Krankenhäusern ist der Regierung zufolge im letzten Jahr jeder dritte Patient gestorben.

Eltern kämpfen um ein Kind

Dass Ashley überlebte, hat sie ihren Eltern zu verdanken. Diese standen stundenlang Schlange, um Medikamente oder einen Termin in privaten Kliniken zu bekommen. Sie mussten Fernseher und Kühlschrank verkaufen, um ihr Kind zu versorgen.

Nach zwei Monaten durfte Ashley Ende September schließlich das Krankenhaus verlassen. Viele andere Patienten haben weniger Glück: Sie werden zum Opfer eines kranken Gesundheitssystems, das die Regierung aus Geldmangel tot spart.

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