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Internationale Afghanistan-Konferenz in Brüssel

In Brüssel findet die zweitägige internationale Afghanistan-Konferenz statt.

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Internationale Afghanistan-Konferenz in Brüssel

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In Brüssel findet die zweitägige internationale Afghanistan-Konferenz statt. Spitzenvertreter aus rund 70 anderen Ländern wollen dabei ein neues Unterstützungspaket für den afghanischen Staat und seine Bürger schnüren. Zuletzt hatte die internationale Gemeinschaft für einen Vierjahreszeitraum umgerechnet rund 14,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Der afghanische Finanzminister Eklil Hakimi erklärte: “Das Geld wird uns zu Fortschritt verhelfen, um die Armut zu bekämpfen und um Frauen zu fördern. Das sind zwei Probleme, die wir haben. Konflikte, Gewalt und Flüchtlinge sind weitere Probleme, die wir lösen müssen.”

Am Ende der Konferenz sollen Hilfszusagen stehen, die zumindest annähernd dem bisherigen Niveau entsprechen.

Frauenrechtsaktivistin Fereshteh Karimi meint: “Wir bitten die internationale Gemeinschaft und Europa, das afghanische Volk weiterhin finanziell und moralisch zu unterstützen, damit wir ein Land mit Frieden und Stabilität haben können.”

Das neue Hilfspaket soll den zivilen Finanzbedarf Afghanistans von 2017 bis Ende 2020 abdecken.

Euronews-Korrespondentin Maria Sarsalari ist vor Ort in Brüssel. Sie erklärt: “Überschattet wird die Konferenz von dem schweren Talibanangriff auf die nordafghanische Stadt Kundus. Dieser zeigt, dass Afghanistan noch einen langen Weg zum Frieden vor sich hat und auch dass die Gefahr besteht, dass das Land zu einem zweiten Irak werden könnte.”

Afghanistan zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Der zentralasiatische Staat mit rund 33 Millionen Einwohner belegte in der Entwicklungsrangliste der Vereinten Nationen zuletzt den 171. von 188 Plätzen. Noch schlechter geht es demnach nur Menschen in afrikanischen Ländern wie Niger, der Zentralafrikanischen Republik oder Eritrea.

Von der Fläche her ist Afghanistan mit 652.000 Quadratkilometern knapp doppelt so groß wie Deutschland. Das Land grenzt im Norden an Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan sowie an China (Osten), Pakistan (Süden) und den Iran (Westen).

Große wirtschaftliche Hoffnungen werden in Afghanistan an die Erschließung von Rohstoffvorkommen geknüpft. Derzeit gibt es außerhalb der Landwirtschaft und des Dienstleistungssektors kaum Erwerbsmöglichkeiten für die Einwohner. Mehr als zwei Millionen Afghanen leben Schätzungen zufolge mittelbar oder unmittelbar vom Drogenanbau, -handel und -verkauf. Das Land gehört global zu den größten Produzenten für Opium, Heroin und Cannabis.