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UN-Sonderbeauftragter soll Friedensvertrag für Kolumbien retten

Nach dem Nein bei der Volksabstimmung: Regierung und Farc-Rebellen stehen nach fast vierjährigen Verhandlungen recht ratlos da.

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UN-Sonderbeauftragter soll Friedensvertrag für Kolumbien retten

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Nach der Ablehnung des Friedensabkommens mit der kolumbianischen Guerillaorganisation Farc in einem Referendum hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon seinen Sonderbeauftragten in die Region geschickt. Jean Arnault solle mit den Delegationen der Regierung und der Farc in Havanna nach einer Lösung suchen, sagte Ban in Genf. Es sei ermutigend, dass beide Parteien an einer Beilegung des Konflikts festhielten.

Am Sonntag hatten die Kolumbianer das Abkommen in einem Plebiszit abgelehnt. Der Vertrag sollte den ältesten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas mit mehr als 220 000 Toten und über fünf Millionen Vertriebenen beenden. Die Gegner kritisierten vor allem den Strafnachlass für die Rebellen und die künftige politische Beteiligung der Farc. Ban hatte vor einer Woche der Unterzeichnung des Abkommens in Kolumbien beigewohnt. “In Cartagena wurde ich Zeuge des tiefen Verlangens der Kolumbianer nach einem Ende der Gewalt”, sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen. “Ich zähle darauf, dass sie weitermachen, bis sie einen sicheren und dauerhaften Frieden erreicht haben.”

Trotz der Ablehnung des Friedensvertrags hält die linke Guerillaorganisation Farc an dem Abkommen fest. “Die Farc stehen treu zu dem, was wir beschlossen haben”, sagte Farc-Chef Rodrigo “Timochenko” Londoño in Havanna. “Die Farc-Einheiten im ganzen Land werden sich weiterhin an den Waffenstillstand halten.” Möglicherweise wird das Abkommen nun neu verhandelt. Präsident Santos kündigte bereits an, sich weiterhin um eine Einigung zu bemühen. “Timochenko” sagte in seiner Videobotschaft: “Der Frieden ist gekommen, um zu bleiben.”