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Waffenstillstand mit Farc in Kolumbien bis Monatsende verlängert


Kolumbien

Waffenstillstand mit Farc in Kolumbien bis Monatsende verlängert

Nach dem Scheitern des Referendums über einen Friedensvertrag in Kolumbien wollen Regierung und Rebellen das Abkommen noch retten. Die Neuverhandlung des Vertrags muss allerdings schnell gehen. Denn nur bis Ende Oktober sollen die Waffen noch schweigen. Die im August geschlossene Waffenruhe zwischen Regierung und der linken Guerillaorganisation Farc galt eigentlich nur bis zum Zeitpunkt des Referendums.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hat die Waffenruhe nun verlängert: “Der beidseitige und unbegrenzte Waffenstillstand wurde bis zum 31. Oktober verlängert. Ich hoffe, dass wir bis dahin den Dialog voranbringen und Änderungen formalisieren können und somit weiter auf eine Lösung für diesen Konflikt hinarbeiten können.”

Am Sonntag hatten die Kolumbianer den Friedensvertrag mit den Farc in einer Volksabstimmung überraschend abgelehnt Die Gegner des Friedensvertrages kritisierten vor allem die Strafnachlässe für die Guerilleros und die geplante politische Beteiligung der Farc.

“Unser Hauptproblem ist nicht, dass manche Bereiche vergessen wurden. Aber wir sind gegen die Inhalte, die ganz klar die kolumbianische Demokratie in Gefahr bringen. Wir verlangen zunächst, dass die Regierung ihren deutlichen Willen zeigt, das Friedensabkommen zu korrigieren,” so Oppositionsführer Álvaro Uribe.

Santos lud für Mittwoch die beiden prominentesten Gegner des Friedensvertrags zu Gesprächen in den Präsidentenpalast ein. Mit Ex-Präsidenten Álvaro Uribe und Andrés Pastrana wollte er erörtern, welche Punkte des 297 Seiten langen Abkommens nachjustiert werden müssen.

Sowohl die Regierung als auch die Farc zeigten sich zuletzt entschlossen, den historischen Vertrag noch zu retten. Die Nachverhandlungen dürften allerdings schwierig werden. Gerade bei der politischen Beteiligung und den Strafnachlässen ist die Farc-Führung wohl kaum zu Abstrichen bereit.

Sicherheitsexperten dringen auf eine schnelle Lösung: Tausende Farc-Kämpfer ohne juristische Sicherheit und Zukunftsperspektiven sind ein unkalkulierbares Risiko.

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