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Über 140 Tote bei Luftschlag im Jemen - USA überdenken Unterstützung der saudischen Militärkoalition

Bei einem mutmaßlich vom arabischen Militärbündnis geflogenen Luftangriff in Sanaa wurden am Samstag mehr als 140 Besucher einer Trauergesellschaft getötet und Hunderte verletzt.

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Über 140 Tote bei Luftschlag im Jemen - USA überdenken Unterstützung der saudischen Militärkoalition

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Nach einem verheerenden Luftangriff in Jemens Hauptstadt Sanaa, bei dem am Samstag mindestens 140 Mitglieder einer Trauergesellschaft getötet wurden, haben die USA mit einem Ende ihrer Unterstützung der saudisch geführten Militärkoalition gedroht.

Die Bomben hatten eine Halle getroffen, in der eine große Trauerfeier stattfand. Einige jemenitische Medien bezifferten die Zahl der Toten gar auf mehrere Hundert. Laut der Organisation Ärzte ohne Grenzen wurden in die von ihr betreuten Krankenhäuser mehr als 400 Verletzte eingeliefert. Das Rote Kreuz wollte 300 Leichensäcke zur Verfügung stellen.

“Die Flugzeuge kamen während der Trauerfeier und haben zweimal zugeschlagen. Wir wissen nicht, wie viele Opfer es sind, aber es sind viele zivile Opfer”, so ein Augenzeuge vor Ort.

Das Militärbündnis arabischer Staaten bestreitet, für den Vorfall verantwortlich zu sein. Es stützt die Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und fliegt seit 2015 Luftangriffe gegen die schiitischen Huthi-Rebellen. Dabei werden immer wieder auch zivile Einrichtungen getroffen.

Auch die USA sehen den gewählten Präsidenten Hadi als legitimen Regierungschef und fordern die Huthi auf, sich aus den großen Städten zurückzuziehen. Das Weiße Haus kündigte nun aber an, seine Unterstützung der saudischen Militärkampagne zu überdenken.

Friedensgespräche zwischen den Bürgerkriegsparteien waren im August erneut gescheitert. Die mutmaßlich vom Iran unterstützten Huthi kontrollieren einen Großteil des Landes und ernannten jüngst einen eigenen Ministerpräsidenten. Eine politische Lösung des Bürgerkrieges ist damit schwieriger geworden.