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London Film Festival: "A United Kingdom" mit David Oyelowo und Rosamund Pike

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London Film Festival: "A United Kingdom" mit David Oyelowo und Rosamund Pike

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Der Film über die frühen Jahre des außergewöhnlichen Paares Ruth Williams und Seretse Khama, deren Heirat Ende der 40er Jahre für einen großen Skandal sorgte, eröffnete das Festival.

Das vom British Film Institute organisierte London Film Festival ist das größte seiner Art in Großbritannien mit vielen Stars und Premieren. Knapp 250 Spiel- und Dokumentarfilme stehen diesmal auf dem Programm. Eröffnet wurde der Reigen von dem auf historischen Begebenheiten basierenden Drama A United Kingdom mit David Oyelowo und Rosamund Pike.

Meinung

Es ist keine allgemeine, sondern eine ganz spezifische Geschichte über dieses Land und seinen Weg in die Unabhängigkeit.

Amma Asante Regisseurin

Der Film erzählt die Geschichte des außergewöhnlichen Paares Ruth Williams und Seretse Khama, deren Heirat End der 40er Jahre für einen großen Skandal sorgte.

Sie war eine weiße Büroangestellte, er ein Prinz aus dem damaligen Protektorat Botswana. Später sollte er als erster Präsident sein Land in die Unabhängigkeit führen.

Ein Film von großer Akutalität, findet Hauptdarsteller David Oyelowo. “Wir brauchen mehr Filme, die die Gesellschaft, in der wir leben widerspiegeln. Denn die Film- und Fernsehindustrie hat einen großen Einfluss auf das Bild, das wir uns von uns selbst machen. Das, woran wir als Menschen glauben, wird stark von dem, was wir in Filmen sehen beeinflusst. Denn sie spiegeln auf gewisse Weise unser Leben und unsere Gesellschaft wieder.”

Der Film beruht auf wahren Ereignissen: 1948 heiratete Seretse Khama die Engländerin Ruth Williams allen politischen und familiären Widerständen zum Trotz. Von 1966 bis 1980 war er erste Präsidenten von Botswana.

Regisseurin Amma Asante drehte in London und in Bostwana. Wichtig war ihr der Bezug zur Realität. “Es ist keine allgemeine, sondern eine ganz spezifische Geschichte, über dieses Land und seinen Weg in die Unabhängigkeit. Deswegen ist es extrem wichtig, wenn man diese Geschichte erzählt, dem Land und seinen Leuten Respekt zu zollen. Und man muss ein bisschen von seiner DNA einfließen lassen, um zu verstehen, welche Bedeutung die Traditionen hatten. Um es metaphorisch auszudrücken: man muss sich erlauben, den Sonnenaufgang dieses Landes zu beobachten, dessen Geschichte man erzählen will.”

“Moonlight” und “Mirzya – Wagnis Liebe”

Ebenfalls in London vorgestellt wurde das Drama Moonlight über über einen schwulen Jungen, der in der Drogenszene von Miami aufwächst und lange nach seiner eigenen sexuellen Identität sucht. Der Film ist in drei Lebensabschnitte mit drei verschiedenen Schauspielern unterteilt.
Der von Barry Jenkins inszenierte Film basiert auf dem Theaterstück “Moonlight Black Boys Look Blue” von Tarell Alvin McCraney.

Barry Jenkins: “Als ich Tarells Stück las, nahm es mich so stark mit, dass ich mir sagte, dass es feige wäre, es nicht zu machen. So stark von etwas berührt zu sein und es als Filmemacher nicht zu wagen, darüber eine Geschichte zu erzählen, wäre ein extrem feiger Akt gewesen. Ich freue mich, dass der Film Aufmerksamkeit bekommt, mir ging es aber vor allem darum, den Figuren dieser Geschichte gerecht zu werden.”

Auch die Bollywoodproduction “Mirzya – Wagnis Liebe” feierte in London Europapremiere. Das neueste Meisterstück des indischen Filmemachers Rakeysh Omprakash Mehra erzählt auf zwei Ebenen eine epische Liebesgeschichte. In dem Streifen gibt Harshvardan Kapoor, der SOhn des indischen Schauspeilers und Produzenten Anil Kapoor sein Debüt, ebenfalls mit dabei ist Saiyami Kher.