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Athen: Besseres Leben für Jugendliche auf der Flucht


Griechenland

Athen: Besseres Leben für Jugendliche auf der Flucht

Vor den Toren Athens ist eine Aufnahmeeinrichtung für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge eröffnet worden. In das Gebäude sind die ersten 25 Kindern und Jugendlichen eingezogen. 75 weitere sollen folgen. Das Projekt in Paiania beruht auf einer Zusammenarbeit des Staates mit den Nichtregierungsorganisationen “Ärzte der Welt” und “Internationale Organisation für Migration”.

Griechenland war von Menschenrechtsorganisationen wegen mangelhafter Unterbringungsmöglichkeiten für jugendliche Flüchtlinge zum Teil heftig kritisert worden. Einer der ersten Bewohner in Paiania ist der 14-jährige, aus Afghanistan geflohene Mohammed: “Sehr schwierig war es an den Grenzen zum Iran und zur Türkei. Danach wurde es einfacher, ich kam gut voran bis zur griechischen Insel Lesbos. Das Camp dort war wie ein Gefängnis. Alle Nerven lagen blank. Wir durften nichts tun, wir saßen in der Falle.”

Der griechische Migrationsminister Ioannis Mouzalas bewertet das Projekt als Zwischenerfolg bei der Bewältigung des Flüchtlingsandrangs: “Vor uns liegt noch eine Menge sehr schwieriger Arbeit. Wir versuchen unser Bestes. Ob und wann wir die Probleme bewältigen werden, wissen wir noch nicht, aber wir werden das schaffen. Vielleicht nicht in dem Zeitrahmen, der von uns erwartet wird und den wir auch erfüllen möchten. Aber wir werden schneller sein, als es die schwierigen Umstände eigentlich zulassen.”

Laut Mouzalas halten sich in Griechenland derzeit über 2000 unbegleitete Kinder und Jugendliche auf, die aus ihrer Heimat geflohen sind. 80 Prozent seien älter als 15 Jahre. euronews-Korrespondent Akis Tatsis kommentierte in Athen: “Die griechischen Behörden räumen ein, dass noch viele weitere Schritte notwendig sind, um dem Problem unbegleiteter Kinder und Jugendlicher zu begegnen. Aber der Staat und die beteiligten Nichtregierungsorganisationen betonen, dass diese Aufnahmeeinrichtung dazu beiträgt, dass die Minderjährigen ähnliche Lebensumstände haben wie alle anderen in ihrem Alter.”

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