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Autosalon in Paris: Neue Elektroautos, neue Hoffnung


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Autosalon in Paris: Neue Elektroautos, neue Hoffnung

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Auf dem Pariser Autosalon zeigen die Hersteller, wie sie sich die nächste Generation der Elektroautos vorstellen. Die Zeit scheint reif fürs e-Auto, auch vor dem Hintergrund des jüngsten VW-Abgasskandals. Die Alternative zum fossilen Brennstoff ist gefragt, auch wenn sie noch nicht sofort beim Händler steht. Ab 2020 heißt es bei Volkswagen. Europas größter Autobauer setzt auf das Konzeptauto “ID” mit rein elektrischem Antrieb und einer Reichweite von 400 bis 600 Kilometern. Im Jahr 2025 will VW rund eine Million E-Autos jährlich verkaufen und damit weltweiter Marktführer sein.

Jürgen Stackmann, Vorstand für Marketing und Vertrieb bei Volkswagen: “Diesel ist ein Konzept, das sich auch künftig weltweit weiter entwickeln wird. Viele Märkte sind heute von Diesel abhängig und brauchen Treibstoff sparende Konzepte für die Zukunft. Benzin ist ein anderes Konzept, das sich weiter entwickeln. Aber wir glauben, dass Elektroantriebe im Zentrum der künftigen Veränderungen stehen werden. Und das ermöglicht uns, nicht nur unsere Technologie, sondern auch die Lebensweise unserer Kunden zu verändern.”

Opel setzt in der Kategorie Elektrofahrzeuge auf den Kleinwagen Ampera-e, der dank neuester Batterietechnologie mit einer Ladung 500 Kilometer schaffen soll und im Frühjahr 2017 auf den Markt kommen wird.

Größere Reichweiten mit einer Ladung

Auch Elektro-Pionier Renault will bis Ende des Jahres eine Neuauflage des Modells Zoe mit 400 Kilometern Reichweite starten. Die Batterie des Kleinwagens wächst von 22 auf 41 kWh.

Ein großes Hindernis für den Absatz von e-Autos ist nach wie vor die mangelhafte Versorgung mit Ladestationen – und ihr Preis. Doch das dürfte sich einpendeln, meint der Experte.

Alex Goy, Senior Editor, Carfection/Roadshow: “Mit der Zeit, wenn immer mehr Menschen in diese Fahrzeuge investieren, wird sich zeigen, dass sie billiger im Betrieb sind, dank finanzieller Anreize zum Teil sogar weniger kosten und ein zukunftsfähiges Transportmittel sind. Gerade mit Blick auf Umwelt und Wirtschaft, wird es für die Hersteller immer notwendiger, dieses Marktsegment zu bedienen.”

Markführer ist zweifelsohne Tesla mit seinem Model S. Der US-Elektroautobauer hat seine Produktion im dritten Quartal deutlich ausgeweitet und seinen Absatz massiv gesteigert. Dem setzen die Traditionsmarken jetzt ihre eigenen Konzepte entgegen, die Aufholjagd hat begonnen. Teslas zusätzliches Verkaufsargument ist die Ladetechnologie.

Charles Delaville, Communication Manager, Tesla France: “Wir haben ein superschnelles Ladenetzwerk, das es möglich macht, mit einem hundertprozentigen Elektro-Auto lange Fahrten zu unternehmen. Wir haben eindeutig mehr zu bieten, als die anderen Autos. Wir bieten unseren Kunden ein Ökosystem.”

Hybridmotoren oder Benziner

Wer ein größere Strecke zurücklegt, muss allerdings lange Pausen einplanen. Denn es dauert immer noch viel länger, die Batterie an der Ladestation aufzuladen. Hybridmotoren sind eine Alternative. Auch der traditionelle Benziner hat noch längst nicht ausgedient.

Alex Goy, Senior Editor, Carfection/Roadshow: “Es wird immer Platz für Verbrennungsmotoren geben, ganz gleich ob nagelneue Modelle oder ältere. Manche Autos, an die wir heute gewohnt sind, werden eines Tages als Klassiker gelten, was merkwürdig ist. Aber sie alle können nebeneinander existieren, elektrische, autonome oder mit Kraftstoff betriebene Autos. Für sie alle ist Platz auf der Straße.”

Letztlich hat auch der Kunde das Wort. Weltweit waren im vergangenen Jahr 1,3 Millionen Elektroautos zugelassen, 73 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Trend scheint eindeutig.

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